Kategorie: Arbeitsrecht |
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Frage: Rückzahlungsklausel Fortbildungskosten |
| Gefragt am 13.02.2010 17:01 Uhr | Einsatz: € 40,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1040 |
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Beantwortet von Danjel-Philippe Newerla (Profil ansehen)
Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte: Zu 1.)Ist die vorgesehene Rückforderung meines Arbeitsgebers rechtens? Mir ist bekannt, dass Rückzahlungsklauseln bei Fortbildungen grundsätzlich greifen können, allerdings sehe ich mich eher in einer Ausbildung, dessen Kosten meines Wissens nicht eingefordert werden können, oder? Eine solche Klausel ist auch im Rahmen eines Ausbildungsvertrages nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts grundsätzlich zulässig. Nach folgend habe ich Ihnen einen vertiefenden Link hierzu beigefügt (ab S. 5 des Urteils wird es interessant in Bezug auf Ihren Fall): http://www.freizeitfreunde.de/media/images/artikel/6rat___tat/2geld___recht/arbeitsrecht/10_Ausbildungskosten.pdf So hat es auch z.B. das Landesarbeitsgericht Niedersachen ausgeurteilt (LAG Niedersachsen - ArbG Hannover Urteil vom 11.05.2004 , Az.13 Sa 1765/03) Rückzahlung von Ausbildungskosten und Elternzeit Das LAG Niedersachsen hat insoweit ausgeurteilt, dass Rückzahlungsvereinbarungen für Ausbildungskosten grundsätzlich nicht unzulässig sind, sofern diese nach Grund und Umfang eindeutig ausgestaltet sind . Ob dies bei Ihnen der Fall ist, kann im Rahmen einer Erstberatung aus der Ferne ohne Vertragsprüfung und Kenntnis aller weiteren Umstände in Bezug auf Ihr Ausbildungsverhältnis nicht abschließend beurteilt werden. Da eine Prüfung ihres Arbeitsvertrages, zumindest der Rückzahlungsklausel notwendig ist, rate ich Ihnen bereits an dieser Stelle dringend an, einen im Arbeitsrecht erfahrenen Kollegen vor Ort mit der Prüfung der Sach- und Rechtslage und anschließend gegebenenfalls mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen. Zu 2.)Auf meiner Gehaltsabrechnung ist übrigens auch von einer "Ausbildungsvergütung" die Rede. Abgesehen davon halte ich ein Abarbeiten für EUR 700,00 für sittenwidrig. Oder nicht? Die Bezeichnung als Ausbildungsvergütung bestätigt ihre Annahme eines Ausbildungsvertrages. In Bezug auf die 700.- € gelangt man in die Problematik zu den Mindestlöhnen. Da diese Frage noch nicht abschließend gesetzlich geregelt ist, ist eine Handhabung hierüber äußerst schwierig. Es ließe sich aber durchaus eine Wittenwidrigkeit argumentieren, falls in der Branche von Ihnen mindestens das Doppelte, also 1400.- € angemessen wären. Dies vermag ich leider nicht zu beurteilen. Zu 3.)Wie stehen meine Chancen die Kosten nicht zurückzahlen zu müssen, wenn ich nach der Fortbildung kündige (und mir einen Job bei einem anderen Unternehmen suche, Einstiegsgehalt bei meinem Bildungsstand liegt regulär bei EUR 2.000,00 - 2.500,00 brutto)? Die Chancen sind recht gut, wenn die Rückzahlungsklausel unwirksam ist, was ich aber im Rahmen einer Erstberatung aus der Ferne ohne abschließende Vertragsprüfung leider nicht beurteilen kann. Sollte diese Klausel wirksam sein, stehen Ihre Chancen nicht so gut. Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen: Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein. Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen. Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Samstagabend und ein erholsames Wochenende! Mit freundlichem Gruß Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt Heilsbergerstr. 16 27580 Bremerhaven kanzlei.newerla@web.de Tel. 0471/3088132 Fax. 0471/57774
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