Kategorie: Welpen und Junghunde |
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Frage: Älterer Hund beisst Welpe |
| Gefragt am 24.03.2011 13:48 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1050 |
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Hallo,ich habe einen 10 Jahre alten Rüden und vor ein paar Tagen ist eine kleine 11 Wochen alte Hündin dazugekommen,ich hatte mich mit absicht für ein Mädchen entschieden weil ich weiss das sich mein Älterer Hund nicht mit Rüden verträgt,nun ist es aber so das er die kleine ständig anknurrt wenn sie in seine nähe kommt und als er gefressen hat ,hat er sie richtig gebissen,das sie jetzt auch nichts mehr frisst obwohl die beiden getrennte Futternäpfe in verschiedenen Räumen haben,er bekommt die gleiche Liebe wie vorher,die gleichen rituale und sein Platz hat er auch ,was kann der grund sein das er sich so ablehnend verhält und was kann ich tun? |
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Beantwortet von Hundewelte Stefanie Weinrich (Profil ansehen)
Hallo Patty,
junge Welpen bedeuten neben einer Menge Stress auch Konkurrenz. Bisher hatt eIhr Hund alle Resourcen für sich, nun MUSS er teilen. Es ist eine falsche Annahme zu denken, Hunde brauchen Artgenossen, immerhin handelt es sich um eine Zwangsintegration, es wird niemals ein Rudel wachsen da keine Abhängigkeiten untereinander bestehen. Fatal ist, dass Ihre Hündin nun schon in Ihrer Sozialisierungszeit Aggressionen eines Hundes aushalten muss, sie wird erfahrungsgemäß ebenfalls Aggressionen draußen entwickeln. Greifen Sie unbedingt ein und schützen Sie den Welpen. Ihr älterer Hund wird ebenfalls gehemmte Aggressionen gegen fremde weibchen gezeigt haben, nur sind diese den meisten Hundehaltern nicht bekannt. Ob hier eine Verhaltensumlenkung sinnvoll ist muss mit Verstand bedacht werden, immerhin müssen nun beide Hunde mit Stress leben. Hierzu weitere Informationen: Die Mehrhundehaltung war noch nie so aktuell wie zur heutigen Zeit. Wir möchten erst einmal hinterfragen: Wie kommt es, dass es immer häufiger zu Konflikten und Beißereien innerhalb des eigenen Rudels kommt? Was passiert mit rudelfremden Tieren, welche in der freien Natur auf ein gefestigtes Rudel treffen? Mit wem lebt der Hund in erster Linie zusammen und welche Erwartungen hat der Mensch an den Hund? Haben Sie wirklich soviel Zeit, jedem Hund gerecht zu werden? Dies sind lediglich vier von unzähligen Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man sich ein zweites Tier nach Hause holt. Der Mensch ist der Auslöser von Problemverhalten des Hundes. Hierzu muss man wissen, dass es immer zwei Strukturen in der Gemeinschaft gibt. Mensch/Hund und Hund/Hund. Unbewusst forcieren wir diese Konflikte durch den täglichen niemals gleich bleibenden Umgang mit den Tieren. Unbeabsichtigt bevorzugen wir schon mal einen Hund, dem es (innerartlich) nicht zusteht bevorzugt zu werden. Wir überlassen Ressourcen zur freien Verfügung, die für den einzelnen Hund mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Früher oder später wird auch der Mensch selbst zu einer sehr wichtigen Ressource, die es unter Umständen zu verteidigen gilt. Letztlich ist es immer der Mensch, der das innerartliche Gefüge ins Schwanken bringt und somit Konflikte und Stress unbewusst fördert. Schauen wir einmal in die Natur und zu einer Begegnung mit rudelfremden Tieren. Hierbei spielt es keine Rolle, ob nun Wölfe, Schakale, Löwen etc. Es geht primär um natürliches Verhalten von Raubtieren. Begegnet ein einzelnes Tier einem fremden Rudel, gibt es lediglich zwei Möglichkeiten: Der Eindringling wird getötet, weil er unter Umständen eine Bedrohung für das bestehende Rudel darstellt oder aber er kann flüchten und bleibt somit verschont. Wenn wir uns dies vor Augen führen und nun überlegen, was wir von unseren Hunden verlangen, dürfte schnell klar werden, was wir den Tieren zumuten, denn eine Fluchtmöglichkeit gibt es für den Zweithund nicht. Wenn wir uns nun vorstellen, wie viel Zeit die Erziehung eines Hundes täglich in Anspruch nimmt, nehmen Sie dies bei zwei Hunden mal drei, denn jeder Hund muss einzeln gearbeitet werden und zu guter Letzt beide gemeinsam. Weiter muss man sich darüber im Klaren sein, dass entgegen der landläufigen Meinung, der Hund könne vom Artgenossen viel lernen, es in erster Linie die (für den Menschen) unangenehmen Verhaltensweisen sind, welche die Hunde voneinander lernen. Es ist ein weit gefehlter Glaube, dass ein Hund von einem anderen Hund nach menschlichem Gutdünken erzogen werden kann. Genau das Gegenteil trifft zu und somit steht man den Problemen dann häufig im Doppelpack gegenüber. Sicher gibt es Konstellationen, in denen es mit zwei oder mehr Hunden vermeintlich funktioniert. Die Frage ist hier aber: Wer kontrolliert hier wen? Insbesondere dann, wenn das innerartliche Rudel in der Überzahl ist, der Mensch also in der Minderheit ist, wird auch immer innerartlich entschieden und geregelt. Wenn Sie beide Hunde behalten wollen dann nehmen Sie die Hilfe eines erfahrenen Hundetherapeuten in Anspruch. Wir empfehlen diese Trainer www.hundewelten.de / Therapeuten
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