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Kategorie: Verhaltensstörung

Frage: Kot suhlen

Gefragt am 01.06.2010 16:46 Uhr | Einsatz: € 10,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1025

Sehr verehrtes Team! Unser Hund wälzt sich permanent in seinen Fäkalien! Wenn wir spazieren gehen kotet er und legt sich einfach rein. Er ist ein Jahr alt- wie kann ich Ihne dazu bringen sich nicht mehr in aas gülle u. ä. zu wälzen!?!Jeden Tag kann ich ihn schliesslich auch nicht duschen ..Vielen Dank!

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Antwort

Beantwortet von Anja Haufs (Profil ansehen)

Hallo,

ich würde das Verhalten Ihres Hundes nicht unbedingt als Verhaltensstörung bezeichnen, eher als natürliches Hundeverhalten.

Entwicklungsbedingt ist Ihr Hund mit einem Jahr natürlich in der Phase sich auszutesten und auch im absoluten Rowdy-Alter. Dieses Wälzen kann er z.B. machen um sich einzuparfümieren, es ist als legen wir Menschen ein sündhaft, gut riechendes Parfüm auf.
Dazu möchte ich aber auch bemerken, dieses Verhalten kann man bei Hunden jeden Alters beobachten, nicht nur bei jungen Hunden.

Achten Sie doch bitte einmal auf seine Körpersprache bzw. Bewegungen mit denen er sich auf sein Objekt der Begierde stürzt. Schnuppert er intensiv, dreht dann den Kopf zur Seite und lässt sich über die Schulter abkippen, fängt genüsslich an erst seine Halsseite, dann den Schulterbereich, dann den Rücken ab Rutenansatz im Kot oder Aas heftigst zu reiben, dann ist es wirklich aus dem Grund sich zu „parfümieren“, interessant für die Hundewelt zu machen.

Anhand der von mir beschriebenen Bewegungen bzw. seines Verhaltens können Sie, machen Sie sich die Mühe Ihren Hund genau zu beobachten, bald schon im Ansatz erkennen was er vorhat und ihn z.B. mit einem Tabuwort daran hindern sein Vorhaben auszuführen.

Beschäftigen Sie Ihren Hund auf den Spaziergängen, oder geht er seiner Nase nach und beschäftigt sich mit den Dingen die für ihn interessant sind? Führen Sie ihn auch schon einmal um eine Grenze zu setzten an der Schleppleine?

Ihr Hund ist wie oben schon erwähnt in verschiedenen Entwicklungsphasen, in denen es gilt als Mensch-Sozialpartner Grenzen zu setzten, konsequent zu sein und ihn auch adäquat durch Beschäftigung/Training zu fordern.

Nutzen Sie die Spaziergänge u.a. für´s Training, beschäftigen Sie ihn durch Gehorsamsübungen wie, Abrufen, Absitzen, Geh bei Fuss, Platz. Machen Sie mit ihm gemeinsam „Jagd“ auf Futter, durch Suchspiele, Apportieren Sie mit ihm. Das alles halten Sie variabel und machen sich damit als Partner spannend, bei Ihnen geschehen die spannenden Dinge.

Natürlich soll Ihr Hund bei allem was Sie mit ihm unternehmen auch noch Hund bleiben, der Spaziergang soll nicht zum Komplettentertainment für Ihren Hund werden, er soll sich auch mit „hundlichen“ Dingen beschäftigen dürfen, aber erst nachdem er sich für einige Zeit auf Sie konzentriert hat und gut mit Ihnen zusammengearbeitet hat, erst dann geben Sie ihn frei und er kann sich auch mit dem beschäftigen was er gerne möchte.

Was ich Ihnen auf jeden Fall raten möchte, nutzen Sie eine Schleppleine in der Länge von 5 Metern. So haben Sie jederzeit Ihren Hund unter Kontrolle und Sie setzten, wie schon vorher erwähnt, auch eine Grenze. An der Schleppleine können Sie ihn zurückhalten Dinge zu tun mit denen Sie nicht einverstanden sind, und die Länge der Leine gibt Ihrem Hund einen Radius vor, innerhalb dessen er sich bewegen/agieren kann.
Arbeiten Sie aber bitte nicht über massive Leinenrucke mit dieser Leine, man nennt das auch gerne „durch einen heftigen Ruck einen deutlichen Impuls über die Leine geben“ um Hund von seinem Tun abzuhalten. Damit arbeiten Sie kontraproduktiv und werden schwerlich dadurch schaffen dass Ihr Hund Vertrauen zu Ihnen aufbaut, bzw. könnte das bereits aufgebaute Vertrauen in Sie verlieren.
Ich möchte Ihnen jedoch auch raten kompetente Hilfe eines Hundetrainers in Anspruch zu nehmen, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Mit herzlichen Grüssen

Anja Haufs
-Leinenstolz-

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