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Kategorie: Verhaltensstörung

Frage: Hund

Gefragt am 22.11.2010 17:12 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1017

Unser kleiner Münsterländer 2 Jahre alt, kastrierter Rüde , ist ein sehr ruhiger und gehorsamer Hund. Leider beginnt er seit kurzem sich nähernde Hunde anzuknurren und zu schnappen.
Auch sich hinter Gartenzäune befindende Hunde werden richtig angemacht.
Egal ob es sich um einen Rüden oder Hündin handelt.
Er wird zwar sofort abgelegt und ignoriert, doch scheint ihm das nicht wirklich zu beeindrucken.
Wie kann ich ihm zeigen, dass von den Hunden keine Gefahr aus geht oder ihm das aufmüpfige Verhalten abgewöhnen.
Die Richtung wechseln hilft, aber das kann ja keine Dauerlösung sein.
Hinzufügen möchte ich, dass es sich um einen abgeführten Jagdhund handelt und er in dieser Richtung auch sehr ausgelastet wird.
Er lebt mit im Haus und befolgt dort alle Regeln.

Wir möchten gern wieder unbeschwerte Sparziergänge mit ihm und seinen Artgenossen haben.

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Antwort

Beantwortet von Angie Mienk (Profil ansehen)

Guten Tag,
zunächst einmal ist es ein Fehler, einen Hund bei Begegnungen mit anderen Tieren abzulegen. Die liegende Position ist für einen Hund die wehrloseste Position, sie macht Angst. Besser ist, einfach weiterzugehen und das Verhalten (das übrigens keineswegs eine Verhaltensstörung sondern völlig normal ist) zu ignorieren. Jedes Schimpfen, jede Unterordnung ist fehl am Platz. Ein Hund hat ein Recht auf eigene Bedüfnisse und das weitestgehende Ausleben seiner Bedürfnisse. Es ist ein Irrglaube, dass ein Hund ständig untergeordnet werden muss. Weniger ist mehr bei der Unterordnung. Besser ist: liebevolle und verständnisvolle Führung!

Da er ja gut an der Leine geht, dürfte es kein Problem sein, dem Hund beizubringen, bei Hundebegegnungen hinter Frauchen oder Herrchen zu gehen. Das zeigt dem Hund, dass Herrchen/Frauchen die Führung übernimmt und damit auch den Schutz. Extrem wichtig dabei ist, wenn der Hund das ohne Ablenkung gelernt hat, besonders selbstsicher weiterzugehen und bei Hundebegegnungen dann keinesfalls langsamer werden oder den Schritt verkürzen. Auch den Hund dann in dieser Situation nicht anschauen. Diese Art und Weise vermittelt dem Hund Vertrauen. Wenn Sie es schaffen, extrem ruhig und souverän zu bleiben, dann können Sie versuchen, den Hund durch extrem ruhige aber eben selbstsichere Führung allmählich auf großem Abstand mit anderen Hunden zu konfrontieren. Die Abstände können dann nach und nach verringert werden. Bedenken Sie bitte, dass dazu viel Geduld nötig ist und keinesfalls der Hund geschimpft werden darf.
Bitte achten Sie auch darauf, dass fremde Hunde Ihrem in dieser Zeit nicht zu nahe kommen - dann fängt alles von vorne an.
Mit viel Geduld werden dann bald wieder entspannte Spaziergänge möglich sein.

Mit bestem Gruß
A. Mienk

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