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Kategorie: Erziehung

Frage: Anschaffung eines Welpen

Gefragt am 30.09.2009 16:06 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1022
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen) Anschaffung eines Welpen , 5 von 5 bei 1 Bewertungen Hallo Zusammen, meine Familie und ich tragen uns mit dem Gedanken einen Hund als weiteres Familienmitglied aufzunehmen. Ein Traum wäre ein Weimaraner. Davon wurde uns allerdings abgeraten, da diese Rasse bekanntermaßen recht lebhaft ist. Da wir uns allerdings auf diese Rasse festgelegt

Hallo Zusammen,

meine Familie und ich tragen uns mit dem Gedanken einen Hund als weiteres Familienmitglied aufzunehmen. Ein Traum wäre ein Weimaraner. Davon wurde uns allerdings abgeraten, da diese Rasse bekanntermaßen recht lebhaft ist. Da wir uns allerdings auf diese Rasse festgelegt haben möchte ich gerne von Ihnen erfahren, auf was wir bei der Erziehung, besonders im Welpenalter, achten müssen.

Vielen Dank im Vorfeld,

Tanja B.

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Antwort

Beantwortet von Hundetrain Janine Inoks (Profil ansehen)

Hallo Frau B.,

ein Weimaraner ist ohne Frage ein toller Hund, aber man darf dabei nicht außer Acht lassen, das es sich um einen Jagdhund handelt, genauer gesagt um einen Vorstehhund. Ihn „nur“ als Familienhund zu halten, wäre unter Umständen fatal, denn er würde im schlimmsten Fall seine Beschäftigung selbst in die Hand nehmen z. Bsp. durch unerlaubtes Jagen gehen. Sie sollten sich im Vorfeld überlegen, wie viel Sie mit Ihrem Hund machen möchten, wie viel Zeit sie aufbringen möchten mit ihm zu arbeiten und wie Ihr Alltag aussieht. Keine Angst, ich meine nicht, dass Sie nun 6 Stunden am Tag mit Ihrem Hund arbeiten sollen, das wäre definitiv zu viel des Guten, aber um einen Hund wie einen Weimaraner zu halten, sollte man ein komplexes Apportiertraining aufbauen, ihn viel Nasenarbeit machen lassen und ihn auch sportlich auslasten. Was man bei einem Welpen beachten sollte ist: Er sollte auf keinen Fall älter als 8 Wochen sein, den mit Ende der 16. Woche ist Sozialisierungs- und Prägephase abgeschlossen, das sind sehr wichtige Phasen für Sie und Ihren Hund, da Sie in dieser Zeit in an alles gewöhnen können, was seinen späteren Alltag mit Ihnen ausmacht, dazu gehört: auch mal zum Tierarzt gehen und sich nur ein Leckerchen abholen, an Kindergärten vorbeigehen, mit Geräusche-CD’s arbeiten wo er sich an Sylvester-Knaller, Gewitter etc. gewöhnen kann (bitte nur leise am Anfang und den Hund ruhig nebenher beschäftigen durch ein bisschen spielen), Bahn fahren (Hund auf dem Schoß) usw. Super ist es bei Fütterungszeiten direkt mit einer Pfeife zu arbeiten, d.h. wenn es Futter gibt und er kommt angelaufen, dann pfeifen sie und schon verknüpft der Hund den Pfiff mit Futter und somit mit etwas absolut Positiven, was Ihnen später draußen sehr nützlich sein wird. Weisen Sie ihm von Anfang an einen festen Schlafplatz zu, im Wohn- und Schlafzimmer, gewöhnen Sie ihn an den Alltag, aber bitte seien sie vorsichtig damit Sie Ihren Hund nicht Reizüberfluten. Nach jedem neu erlerntem braucht ein Welpe Ruhephasen um das verarbeiten zu können, die sind sehr wichtig. Was ich Ihnen auch empfehlen würde wäre den Hund von Anfang an aus der Hand zu füttern, das fördert die Beziehung und der Hund lernt, dass sie über die höchste aller Ressourcen verfügen. Ich habe einen 9 Monate alten Australien Shepherd den ich von Anfang an aus der Hand und draußen aus dem Beutel füttere, ich habe keine festen Fütterungszeiten. Ganz wichtig ist auch, wenn ein Welpe einzieht sollte sich nicht alles um den kleinen Racker drehen, denn so lernt der Hund sehr schnell, das alles von ihm ausgeht z. Bsp. kommt er mit einem Spielzeug an und animiert Sie zum spielen, dann gehen sie nicht drauf ein: Der Mensch sollte der Agierende und der Hund der Reagierende sein. Sonst läuft es später nach seinen Spielregeln. Drehen Sie den Spieß rum, nehmen Sie sich ein Spielzeug, bieten Sie ihm ein Spiel an und bitte beenden auch Sie das Spiel wieder. Spielen Sie nicht so lange, bis der Hund keine Lust mehr hat. Dann hat er es beendet. Üben Sie alleine bleiben, schließen sie am Anfang einfach mal in der Wohnung/Haus die Tür hinter sich, warten einen kurzen Moment und gehen kommentarlos wieder rein. Sie kommen und gehen wie selbstverständlich. Wenn er bellt oder fiept, warten Sie bis er kurz leise ist und gehen dann erst rein. Sonst lernt der Hund, wenn ich „Terror“ mache kommt jemand und somit haben Sie eine Erwartungshaltung, die der Hund unter Umständen ausbauen wird. Das können Sie dann immer weiter ausbauen, z. Bsp. mit Müll runter bringen, dann mal eine kleine Runde um den Block gehen etc. Auch wenn Sie nach Hause kommen, begrüßen Sie bitte erst die Familienmitglieder zuerst und dann den Hund. Wenn Sie aus dem Haus rausgehen, dann bitte Sie zuerst, rein ins Haus geht der Hund zuerst. Und ganz wichtig ist eine gute!!! Welpengruppe. Achten Sie dabei auf die Größe der Gruppe, es sollten nicht mehr als 6 Welpen sein, bei einem 7. sollte schon ein 2. Trainer dabei sein. Einer alleine kann nicht mehr als 6 Welpen im Auge haben. Und wenn ihr Hund schüchtern ist und Angst hat und sich dabei hinter Ihnen versteckt, bitte geben Sie ihm Schutz gehen Sie in die Hocke und schirmen die anderen Welpen von ihm ab, gehen Sie ein bisschen raus aus der Situation und lassen ihn von sich aus den Kontakt zu anderen Hunden suchen. Sonst lernt er, dass er sich auf Sie nicht verlassen kann und das wäre fatal. Sie müssen für die Sicherheiten Sorgen. Die Welpen sollten ein Alter haben und die Rassen sollten auch zusammen passen. Z. Bsp. eine 17 Wochen alte Dogge, die dann ja schon eigentlich ein Junghund ist, passt nicht in die Gruppe mit einem 8 Wochen alten Yorkshire Terrier rein.

Was den Züchter angeht: Schön wäre, wenn die Welpen im Haus leben, Sie sie Elterntiere sehen, idealerweise leben Katzen und Kinder im Haus und der Züchter hat die Welpen schon mal an ein Auto gewöhnt. Das ist oft nicht der Fall und dann holen Sie den Welpen ab und schon auf seiner 1. Fahrt wird es ihm schlecht und das Auto ist gleich etwas Unangenehmes. Sie sehen, das ist alles sehr viel auf das man achten sollte und das war auch noch nicht alles… Sie sollten sich die Frage stellen, wie viel Sie bereit sind an Arbeit und Zeit aufzubringen um einen Weimaraner gerecht zu werden. Denn er ist kein Hund der einfach nur so neben her läuft, was eigentlich kaum ein Hund ist, aber es gibt ja nun Rassen die müssen mehr beschäftigt werden und es gibt Rassen, die genügsamer sind. Wenn Sie noch weitere Fragen haben, rufen Sie mich gerne an. Ich hoffe, ich habe Ihnen für das Erste weitergeholfen. Ganz liebe Grüße, Janine Inoks (Personal Dog Coach)

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