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Kategorie: Kindererziehung allgemein

Frage: Unser Sohn 2 Jahre kann nicht mehr durchschlafen

Gefragt am 30.05.2011 09:14 Uhr | Einsatz: € 10,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1024

Liebes Team,

seit mehr als 3 Wochen plagt uns folgendes Problem:

Unser Sohn Jakob geb. Jan. 2009, der immer ein super Schläfer war kann auf einmal nicht mehr alleine einschlafen wenn er nachts oder mittags wach wird.
Davor hat er von 20 Uhr bis ca. 9 Uhr durchgeschlafen und ich musste ihn sogar wecken, auch mittags hat er von 13-15.30 Uhr geschlafen.

Plötzlich hat er begonnen um 6 Uhr schreiend und heulend im Bett zu stehen, er konnte kaum beruhigt werden - er wollte nur Licht an und raus aus dem Bett. Aus 6 Uhr wurde dann 5 Uhr und mittlerweile 4 Uhr! Zeitgleich wurde auch der Mittagsschlaf schwierig, er schläft nur mehr 1/2 bis 1 Stunde und steht dann ebenfalls total aufgelöst unter Tränen nach Mama schreiend im Bett.
Das Einschlafen hingegen macht überhaupt keine Probleme.

Es ist nicht so, dass er ausgeschlafen ist wenn er so früh aufwacht (auch mittags nicht), sondern total müde und den ganzen Tag nicht sonderlich gut drauf (da müde).

Das einzige was in der Früh bzw. nachts hilft ist, wenn ich mich zu ihm ins Bett lege.. er schläft dann auch lange nicht ein und merkt sofort wenn ich aufstehen will, auch wenn er, so wie ich denke, fest schläft, wacht er spätestens nach einer viertel Stunde auf und das ganze beginnt von vorne.

Mittags kann ich mich nicht zu ihm legen, dann muss er wach bleiben, denn wir haben noch 2 Kinder (4 Jahre und 7 Monate).

Wir dachten das wäre nur eine Phase und wird schon wieder vergehen, es wird aber leider immer schlimmer und nicht besser?!

Einige Tage bevor das Schlafverhalten sich so geändert hat, war mein Mann mit unseren "Großen" auf einem Spielplatz, bei der Rutsche wurden unsere Kinder regelrecht von Ameisen befallen... überall am ganzen Körper sind die Ameisen gekrabbelt und Jakob war total aufgelöst.
Man konnte ihn dann aber gut beruhigen und ihm erklären, dass nicht alle Ameisen so sind.. er bekommt auch keine Angst, wenn er bei uns im Garten welche sieht.. er fragt dann nur "keine bösen Ameisen?", das ist das einzige Ereignis, das davor passiert ist, wo ich mir dachte vielleicht besteht ein Zusammenhang?
Ansonsten ziehen wir in 5 Wochen um, aber ich weiß nicht ob Jakob das schon so genau mitbekommt, ich glaube eher nicht.
Sonst gibt es keine großen Veränderung, die kleine Schwester ist ja auch schon 7 Monate.

Allgemein hängt er jetzt sehr an mir, will viel Aufmerksamkeit und getragen werden.
Er streitet sich sehr oft mit seinem großen Bruder, das ist auch neu. Der Große ist extrem eifersüchtig auf den Kleinen und ärgert ihn sehr und umgekehrt auch, aber nicht so schlimm. Ich versuche allen gerecht zu werden, was nicht immer einfach ist.
Aber ich denke das ist ja nichts außergewöhnliches.

Ich bin aber selbst wirklich am Limit, da ich kaum schlafe.

Haben Sie eine Idee, was wir tun können?
Wir wären über jeden Tipp, jede Hilfe sehr dankbar!

Liebe Grüße,
Bettina

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Antwort

Beantwortet von Ronald Schulze (Profil ansehen)

Liebe Bettina,

Umstellungen im Schlafverhalten bei Kleinkindern liegen im Wesen der Natur und sind nichts Ungewöhnliches. Durch die unterschiedlichen Wahrnehmungsphasen unserer Kinder, müssen sie erst lernen, mit der Vielzahl Ihrer Eindrücke umzugehen. Da kann es leicht mal sein, das nicht verarbeitete Prozesse zu zeitweisen Schlafreaktionen führen.

Dies vorausgeschickt kann eine so plötzliche Schlafstörung, wie Sie sie schildern oft auch auf ein besonderes Erlebnis zurück zu führen sein (mitunter sind auch traumatische Erlebnisse ursächlich – wie Unfälle, Entführungen, Misshandlungen, Missbrauch).

Es ist also sehr genau zu prüfen, welche (un)möglichen Veränderungen Ihr Sohn vor 3 Wochen gegebenenfalls wahrgenommen hat / wahrnehmen musste; Menschliche Wahrnehmungen sind so unterschiedlich, wie die Menschen selbst; vermeintlich gleiches Erleben kann deshalb völlig entgegengesetzt wahrgenommen werden.

Damit die Schlafstörung besser erfasst werden kann, ist deshalb „Ursachenforschung“ vorrangig.

Bitte (über)prüfen Sie noch einmal die Situation Ihres Sohnes seit Beginn seiner Schlafstörung (Streit zwischen den Eltern, Umzugsstress, Reizüberflutungen, Eifersuchten zwischen Geschwistern, neue Menschen im Umfeld, neue Spiel- und Beschäftigungsmaterialien, Verlassens_Ängste sind nur einige Möglichkeiten, die für kleine Kinder große Auswirkungen haben [können]).

Signalisieren Sie Ihrem Sohn nicht, dass sein Verhalten negativ ist – auch, wenn Sie als Eltern dies derzeit als Belastung erleben. Ihr Sohn fühlt sich tatsächlich belastet, dies wohl unbewusst, da Sie schildern, dass er (im Bewussten) einschläft und aus dem Schlaf heraus weinend wach wird. Zeigen Sie besonders viel verbales Verständnis, geben ihm viel körperliche Zuwendung und nehmen Sie ihn in seiner „Verzweiflung“ an. Ablehnung wirkt kontraproduktiv. Zeigen Sie nicht ihm seine, sondern ihm Ihre Grenzen. Er wird es (emotional) verstehen; Kinder sind „Weltmeister“ der Empathie.

Es wird für Sie leichter, wenn Sie sich vorstellen, dass es sich „nur“ um eine (vorrübergehende) Phase handelt und es sich nicht zu einem Dauerzustand entwickelt; je ent_spannter Sie Ihrem Sohn begegnen, desto einfacher wird er zurückfinden in seinen Schlaf.

Schließen sie medizinische Indikationen aus. Ein Kinderarztbesuch wird Ihnen Gewissheit geben, dass aus medizinischer Sicht mit Ihrem Sohn alles in Ordnung ist oder Sie besondere Maßnahmen ergreifen müssen.

Eine sehr verständnisvolle Zugangsweise - innerhalb der kommenden drei Wochen - wird voraussichtlich die Veränderungen herbeiführen, die Sie sich wünschen.

Mit vielen Grüßen,
Das Team von engagement-mensch.de
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