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Kategorie: Kindererziehung allgemein

Frage: Trotzreaktion mit fast 7 Jahren?

Gefragt am 26.04.2011 19:20 Uhr | Einsatz: € 30,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1023

Guten Tag,
mein Sohn (geb. am 02.06.2004), ist z. Zt. recht trotzig vor allem spielt er sich bei Erwachsenen regelrecht auf, er spricht, ohne gefragt zu werden. Meine Worte gelten dann gar nicht. Auch wenn er von anderen dann ermahnt wird, dass er auf seine Mama hören soll. Er kommt dieses Jahr in die Grundschule, nachdem ich ihn ein Jahr zurückgestellt habe.Mein Mann ist vor 2 Jahren verstorben. Unser Sohn hat diese Zeit bisjetzt relativ gut verarbeitet. Leider wohnen unsere Angehörigen nicht in der Nähe. In letzter Zeit fällt mir verstärkt auf, dass er mich mit Vornamen anspricht bzw. versucht (ich korrigiere ihn und bitte ihn, "Mama" zu mir zu sagen). Ich suche nun Tipps, wie ich darauf reagieren kann, ohne zu sehr emotional (Schreien usw.) zu sein.

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Antwort

Beantwortet von Ronald Schulze (Profil ansehen)

Liebe Mutter,

der US-amerikanischer Schriftsteller James Baldwin (1924-1987) soll einmal gesagt haben „Kinder konnten noch nie besonders gut auf Ältere hören, aber sie haben es sich nie entgehen lassen, sie nachzuahmen“ Dies vorausgeschickt, empfehlen wir ihnen - auch aufgrund Ihrer Erwähnung vom Tod des Kindesvaters - ihrem Sohn mit viel Aufmerksamkeit und Empathie zu begegnen. Es kann sehr hilfreich sein, ihn in den von Ihnen geschilderten Situationen spontan „in den Arm“ zu nehmen; ihm dann besonders positive Zuwendung zu geben. Oft begegnen wir Erwachsenen unerwünschtem Verhalten mit wenig beispielhaftem Vorbild (zum Beispiel wünschen wir nicht, dass unsere Kinder im Umgang schreien und machen darauf aufmerksam, in dem wir selbst lauthals darauf hinweisen, dass Kind möge leise(r) sprechen. Ähnlich verhält es sich auch beim „Respekt“. Uns wird es zusehends gelingen, unerwünschtes (respektloses) Verhalten (nicht durch gleiche Respektlosigkeit) zu verändern, sondern in der Anerkennung des Kindes in seinem (unsicheren) Verhalten. Respekt lehrt sich am besten durch das Vorleben eines respektvollen Umgangs miteinander - in dem wir vorleben, was wir erwarten. Ihr Sohn ist, so denken wir, im Verhalten unsicher und reagiert deshalb „respektlos“.

Es ist nicht immer leicht, darauf „positiv“ einzugehen, doch, respektvolles Miteinander bedeutet sicher auch, die jeweilige „menschliche Würde“ des jeweils anderen anzuerkennen und zu erhalten.

Begegnen wir uns mit Respektlosigkeit, greifen wir unsere menschliche Würde an. Wir denken, nichts, was wir unseren Kindern sagen, muss auf respektlose Weise gesagt werden. So ist es nicht respektlos, wenn Sie Ihren Sohn sagen: „ich bin sauer, wütend, ich mag dieses Verhalten nicht“. Hingegen den Sohn (auch oder nur durch Dritte) anzubrüllen, zu beschämen, zu demütigen und auf ihn herabzusehen ist respektlos. Im Weiteren machen wir hier auf den Online-Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger: http://www.ksta.de/servlet/OriginalContentServer?pagename=ksta/ksArtikel/Druckfassung&aid=1256136964723 aufmerksam. Bleiben Sie positiv und Sie werden schnell die Früchte ernten.

Viel Erfolg wünscht
engagement-mensch.de
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