Kategorie: Vollwertige Ernährung |
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Frage: Vollwertkost - Schnitzer, Bircher Benner, etc. |
| Gefragt am 02.09.2009 14:57 Uhr | Einsatz: € 25,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1020 |
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Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)
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Beantwortet von Dipl.oec.t Alexa Iwan (Profil ansehen)
Das ist in der Tat eine interessante Frage! Ich selbst habe zu den Hochzeiten der Vollwertkost studiert und damals galt diese Ernährung als das Nonplusultra der gesunden Ernährung. Nun ist Wissenschaft, egal auf welchem Gebiet, aber eine lebendige Angelegenheit. Es kommen immer neue Erkenntnisse hinzu. So auch in der Ökotrophologie.
Viele Ernährungs-Experten beobachten seit Jahren mit Sorge, dass die Menschen in der westlichen Welt immer dicker werden. Alle Empfehlungen zu gesunder Ernährung -- also auch die Vollwerternährung -- scheinen da nicht wirklich etwas zu fruchten. Die Frage ist: woran liegt das? Nicht wenige Wissenschaftler sind inzwischen der Ansicht, dass es mit unserem heutigen hohen Konsum an Kohlenhydraten zu tun hat. Sie empfehlen deshalb den Weg "back to the roots" -- d.h. weniger Kohlenhydrate (egal ob Vollgetreide, Stärke oder Zucker) und wieder mehr Eiweiß in der Ernährung, da dies eher unserer genetischen Programmierung entspricht. Die Theorie, die dahinter steckt: Millionen von Jahren war der Mensch in seiner Entwicklungsgeschichte Jäger und Sammler und aß Fleisch, Wurzeln und Beeren. Getreide und Kartoffeln kennen wir dagegen "erst" seit etwa 10.000 Jahren, als die Menschen begannen sesshaft zu werden und Ackerbau erlernten. Im Verhältnis also eine relativ kurze Zeit. Kohlenhydrate lassen den Insulinspiegel im Blut ansteigen. Wenn ständig Insulin im Blut kreist, kann kein Fett abgebaut werden. Übergewicht und Diabetes werden begünstig. Wenn Sie mich persönlich fragen, so denke ich, ein gesunder Mittelweg ist das Beste. Ich bin keine forschende Wissenschaftlerin -- jedoch kann ich beide Ansätze in ihrer Logik nachvollziehen. Allerdings glaube ich auch, dass 10.000 Jahre ausreichen sollten, als dass wir uns inzwischen an die Verstoffwechselung von Getreide adaptiert haben ;-) Wer mit der Vollwertkost gut klar kommt, macht sicher nichts falsch. Diese Ernährung liefert Nährstoffe in Hülle und Fülle und ist nach wie vor also absolut gesund einzustufen. Es gibt allerdings viele Menschen, die mit größeren Mengen Vollgetreide Schwierigkeiten haben. Wenn zusätzlich Übergewicht abgebaut werden soll, rate ich inzwischen durchaus zu mehr Eiweiß in der Ernährung. Fettarmes Fleisch, Geflügel , Fisch sind wichtige und gesunde Lebensmittel und helfen, den Insulinspiegel niedrig zu halten. Also wenn Sie so wollen: ja, die Körnerfraktion der Vollwertanhänger weicht inzwischen etwas auf ;-) -- aber nur in so weit, als dass sich die Verhältnisse KH/Eiweiß/Fett verschieben. Dass die Nahrung grundsätzlich frisch und wenig verarbeitet sein sollte und dass man eher Vollkornmehl als Weißmehl essen sollte, stellt niemand in Frage. Beste Grüße Alexa Iwan
Nachfrage |
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