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Kategorie: Ernährungsberatung für Kinder und Jugendliche
Frage: Verbraucherschutz
Einsatz: € 30,00

Schönen guten Tag!

Beim Einkaufen ärgere ich mich doch häufiger über verschiedene Produktbeschreibungen bzw. über deren Werbeaufschriften. Wenn ich auf Joghurts z.Bsp. lese „Jetzt mit weniger Kristallzucker“ oder bei Haribo „ohne Fett“.
Zudem sind die Zutatenliste und Nährwertangaben immer so klein geschrieben. Ich habe außerdem weder Lust noch Zeit, mir bei jedem Produkt die Angaben durchzulesen. Zumal ich nun auch in Zeitungsartikeln gelesen habe, dass die Firmen nicht immer ehrlich mit der Angabe der Inhalte sind - was mich maßlos ärgert. Wie soll ich denn meinen Kinder erklären, dass nicht nur die Werbung lügt, sondern jetzt auch die Firmen, die die Produkte herstellen.

Nun zu meinen Fragen:
Gibt es eine Möglichkeit als Verbraucher, mich vor so windigen Produkten besser zu schützen?
Kann man Firmen vielleicht verpflichten, ihre Zutatenliste bzw. die Nährwertangaben größer zu schreiben?
Was ist mit dem Ampel-System geworden, dass Frau Renate Künast bereits vor Jahren vorgeschlagen hat (England hat so ein System).

Und eine Ernährungsfrage habe ich dann doch noch? Ist Süßstoff im Kaffee wirklich besser als Zucker?

Vielen Dank für Ihre Beantwortung.

Freundliche Grüße

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Antwort

Beantwortet von Dipl.oec.t Alexa Iwan (Profil ansehen)

Liebe Frau Breuer,
der beste Schutz gegen Schummel-Aussagen in der Werbung ist Wissen.
„Ohne Kristallzucker“ bedeutet eben NICHT ohne Zucker – sondern nur, dass kein Haushaltszucker (Saccharose) enthalten ist. Fruchtzucker, Traubenzucker und sämtliche anderen Zuckerarten dürfen enthalten sein.
Gummibärchen oder z.B. auch Marmelade enthalten per se kein Fett – die Werbeaussage „ohne Fett“ ist in diesem Zusammenhang also Blödsinn.
Werbung dient der Verkaufsförderung und nicht Ihrer Gesundheit oder Weiterbildung – dessen sollte man sich immer bewusst sein! Und die Firmen, die die Produkte herstellen, geben die Werbung in Auftrag.

Zum Thema Nährwertkennzeichnung: gerade hat es wieder einen großen Test der Verbraucherzentralen gegeben mit erschreckendem Ergebnis. Von 3500 untersuchten Lebensmitteln waren bei fast 50% die Nährwertangaben unzureichend. Details finden Sie hier:
http://www.vz-nrw.de/UNIQ125327245008020/link609661A.html

Wenn Sie sich als Verbraucherin gegen zu kleine, nicht vorhandene oder irreführende Nährwertkennzeichnung wehren möchten, dann empfehle ich Ihnen den Newsletter der Verbraucherschutzorganisation „foodwatch“ zu abonnieren: www.foodwatch.de .
Die Kollegen sind sehr aktiv, was Unterschriftenaktionen und Proteste angeht, die direkt an das Verbraucherschutzministerium weitergeleitet werden. Hier können Sie mitmachen, denn jede Stimme erhöht die Wirkung.

Die Ampel-Kennzeichnung wird in der Tat in England erfolgreich praktiziert – Deutschland ist jedoch Mitglied in der EU und die Entscheidung pro/kontra fällt in Brüssel und nicht in Berlin. Unsere Verbraucherschutzministerin verhält sich leider in der Sache auch sehr zurückhaltend, weil ihr von der Industrie Studien unter die Nase gehalten werden, nach denen die Ampel angeblich nichts bringt. In naher Zukunft rechne ich nicht mit einer Entscheidung. Foodwatch kämpft hier sehr stark!

Letzte Frage: ich rate grundsätzlich vom Gebrauch von Süßstoff ab. Das gilt auch für Süßstoff im Kaffee. Sie fügen Ihrem Körper künstliche Substanzen zu, immer und immer wieder. Außerdem erhöhen Sie den Insulinspiegel im Blut, so dass der Blutzucker im Anschluss fällt und Sie Hunger/Appetit bekommen. Ein bisschen Zucker ist da auf jeden Fall gesünder und die bessere Alternative.

Beste Grüße
Alexa Iwan
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