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Kategorie: Ernährungsberatung bei Krankheit

Frage: Saponinunverträglichkeit

Gefragt am 30.04.2010 12:45 Uhr | Einsatz: € 35,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1026

Ich suche für meine Mutter (72 J.) eine übersichtliche und klare Beratung der Zusammenhänge bei einer Saponin-Unverträglichkeit, bzw. in Folge bei einer saponinarmen oder –freien Ernährung.

Es ist eine Annahme der behandelnden Ärzte, die seit vielen Jahren versuchen ihr wegen der chronischen Durchfälle zu helfen. Alle organischen Defekte wurden mittlerweilen ausgeschlossen.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
Barbara Ennemoser

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Antwort

Beantwortet von Dipl.oec.t Alexa Iwan (Profil ansehen)

Liebe Frau Ennemoser,

die Reizdarmproblematik mit chronischen Durchfällen ist in vielen Fällen ein extrem schwierig zu behandelndes Krankheitsbild, weil es sehr individuell ist und sehr viele verschiedene Ursachen haben kann.
Dass die Ärzte Ihrer Mutter jetzt auf Saponine tippen, lässt mich vermuten, dass sie schon sehr viele andere Dinge getestet und ausgeschlossen haben (Fruktose, Milchzucker, Sorbit)

Zu Ihrer Frage: Saponine sind Inhaltsstoffe von Pflanzen. Es sind meist bitter schmeckende Verbindungen, die zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffe gezählt werden.
Grundsätzlich sind sekundäre Pflanzenstoffe überwiegend positiv für unsere Gesundheit. Auch bei Saponinen (die im Gegensatz zu anderen Inhaltsstoffen noch nicht so wahnsinnig zu untersucht sind) hat man im Tierversuch festgestellt, dass sie die Entstehung von Dickdarmkrebs hemmen, außerdem den Cholesterinspiegel senken können sowie antibiotische Wirkung entfalten.

ALLERDINGS: in höheren Konzentrationen reizen Saponine die Darmschleimhaut. Und zwar so sehr, dass die Saponine selbst, aber auch andere Allergene und Schadstoffe, in den Körper gelangen können.
Da die Darmschleimhaut Ihrer Mutter durch die jahrelangen Durchfälle sicher sowie schon geschädigt ist, könnten Saponine den Effekt verstärken.

Saponine sind vor allem in Hülsenfrüchten enthalten (Erbsen, Bohnen, Linsen, Sojabohnen!, Kichererbsen), aber auch in Getreide (Quinoa!, Weizen, Gerste, Hafer), sowie in bitter schmeckendem Gemüse (Spargel, Spinat, rote Beete). Sehr hohe Konzentrationen an Saponinen enthält vor allem auch Lakritz!

Außerdem gibt es etliche Medikamente, die aus Heilpflanzen hergestellt werden, die viel Saponine enthalten: Hustenlöser (u.a. aus Efeu, Süßholz); Venenmittel (aus Rosskastanie); Diuretika (u.a. aus Goldrutenkraut), Ginsengpräparate.

Vielleicht überprüfen Sie daraufhin einmal die Medikamente Ihrer Mutter (evtl. zusammen mit Ihrem Apotheker). Ansonsten können Sie versuchen, die oben genannten Lebensmittel im Speiseplan einzuschränken, was allerdings mühsam ist und auch keinen „Von-Heute-auf-Morgen-Effekt“ haben wird.

Abschließend noch ein Vorschlag meinerseits: sprechen Sie Ihren Arzt doch einmal auf eine Heilfastenkur mit anschließender Symbioselenkung (Darmsanierung) an. Während des Fastens bekommt der Darm die Chance sich zu beruhigen und zu heilen. Mit der Darmsanierung wird anschließend eine gesunde Bakterienflora wieder aufgebaut. Vielen Menschen hilft dies.
Aber bitte: nur unter enger ärztlicher Aufsicht fasten!

Alles Gute für Ihre Mutter und mit besten Grüßen
Alexa Iwan

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