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Kategorie: Frage zu Beruf, Familie, Partnerschaft und Persönlichkeitsentwicklung
Frage: Streit mit Mutter
Einsatz: € 60,00
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)

Guten Tag,

nachdem ich lange überlegt habe, ob ich hier meine Frage stellen soll, habe ich mich doch entschlossen. Denn es gibt etwas, das mich schon sehr lange beschäftigt:

Jetzt bin ich schon fast 50 Jahre alt und habe so lange ich zurück denken kann immer wieder Streit mit meiner Mutter. Sobald wir uns sehen kommt es zu Auseinandersetzungen. Eigentlich bin ich ein friedlicher Mensch, aber bei meiner Mutter "raste ich aus". Ich möchte das nicht, es ist wie ein Automatismus.

Haben Sie eine Idee woran das liegen könnte und was ich dagegen tun kann? Meine Geburtsdaten sind: 11.07.1960, Paderborn, 22:50 Uhr.
Für Ihre Antwort vorab schon mal vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Maria H.

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Antwort

Beantwortet von Holger A. L. Faß (Profil ansehen)

Liebe Frau H.,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Vertrauen. Dass Sie für sich erst einmal in Ruhe überlegt haben, ob Sie die Frage hier stellen wollen, ist ein gutes Zeichen – denn es zeigt, dass Sie auf Ihre Bedürfnisse genau achten. Für einen Menschen, der im Zeichen Krebs geboren ist, ist das eine äußerst wertvolle und wichtige Verhaltensweise.

Kommen wir nun zu Ihrer Frage:

In Ihrem Geburtshoroskop kann man eine besondere Konstellation erkennen, die üblicherweise mit starken Mutter-Konflikten interpretiert wird: Mond, das Symbol für die Mutter, steht im zwölften Haus im Zeichen Fische in einer engen Verbindung mit zwei weiteren Himmelskörpern: Chiron und Pluto.

Was bedeutet das?

Ganz offenbar sitzt in Ihnen eine tiefe Enttäuschung. Kann es sein, dass Sie als Kind den Eindruck hatten, Ihre Mutter sei nicht für Sie da gewesen? Manchmal ist es der Mutter auch tatsächlich nicht möglich gewesen, sich dem Kind zu widmen, weil sie zum Beispiel durch eine Krankheit längere Zeit abwesend gewesen war. Das Bedürfnis nach Zuneigung und mütterlichem Schutz, das die kleine Tochter dann verspürt, ist natürlich auch Sicht des Kindes nachvollziehbar; der Mutter kann andererseits kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie selbst schutzbedürftig ist.

In anderen Fällen war die Mutter zwar präsent, aber nicht Willens, die Bedürfnisse des kleinen Kindes angemessen zu berücksichtigen. In diesem Fall ließe sich durchaus ein Vorwurf formulieren.

Womöglich erinnern Sie sich auch heute noch, fast fünfzig Jahre später, an die Kränkung, die Sie damals empfunden haben. Dies kann sich nämlich auch im Erwachsenenalter als Trotz, Ärger, Verstimmung bemerkbar machen, was dann in einer Auseinandersetzung mündet. Man streitet dann mit seiner Mutter wegen Kleinigkeiten und hat den Eindruck, beiden Parteien geht es allein um Rechthaberei.

Und möglicherweise ist dies sogar ein wichtiger Punkt: Wer hat recht? Wer hat das Anrecht darauf, die Vergangenheit zu beurteilen? Wer darf dem anderen sagen, wie er das Zusammensein wahrzunehmen hat oder hatte? Wer hat den Wahrheitsanspruch gepachtet?

In Ihrer Anfrage schreiben Sie nicht, worum es bei den Auseinandersetzungen geht und was Sie "ausrasten" lässt. Prüfen Sie doch mal für sich, ob alte Wunden gekratzt werden und Rechthaberei eine Rolle spielen könnte.

Denken Sie, dass Ihre Mutter die Vergangenheit objektiv beurteilt und bestimmen kann, ob Sie glücklich waren? Vermutlich nicht. Vermutlich geht es bei Ihren Streitereien immer wieder darum, wer eigentlich eine Sache "richtig" beurteilt. Und wenn Ihre Mutter Ihnen vorschreiben will, was Sie zu fühlen haben oder wie Sie etwas einzuordnen, zu bewerten haben, dann gehen Sie sicherlich richtig vor, wenn Sie Ihrer Mutter einen Riegel vorschieben. Denn niemand steht es zu, auch nicht Ihrer Mutter, Ihnen vorzuschreiben, wie Sie etwas wahrzunehmen haben. Sie selbst haben ein gutes Gespür für sich und Sie selbst entscheiden, wie Sie eine Handlung beurteilen. Vielleicht machen Sie Ihrer Mutter Vorwürfe für ihr Verhalten, vielleicht verzeihen Sie ihr auch. Verpflichten kann Ihre Mutter Sie weder zum einen noch zum anderen.

Was für Sie gilt, gilt übrigens für Ihre Mutter gleichermaßen. Auch Ihre Mutter hat ein Anrecht darauf, ihre Vergangenheit so zu sehen, wie es ihr beliebt. Je mehr Sie, liebe Frau Hochmann, Ihre Mutter "zwingen" wollen, Ihre Sichtweise einzunehmen, um so mehr werden Sie Widerstand provozieren. Sie bezeichnen sich selbst als friedlichen Menschen; in Ihrem Geburtsbild stehen Sonne, Venus und Merkur im Krebs und der Aszendent im Zeichen Fische. Das sind allesamt Hinweise auf einen zurückhaltenden, harmoniebedürftigen Charakterzug. Sie sind nicht auf harte Durchsetzung gepolt. Es müssen schon arge Reize kommen, damit Sie "ausrasten". Eigentlich schafft das nur jemand, der Ihre Gefühle empfindlich missachtet. Der sich weigert, Ihre seelische Befindlichkeit anzuerkennen. Genau dies werden Sie jedoch mit Wut und Trotz, mit Ellebogen und Zwang nicht erreichen. Ihre friedliche Seite wäre auch hier eher ein Schlüssel zum Verständnis.

Wollen Sie Ihrer Verhaltensweise ein bisschen mehr auf den Grund gehen? Dann habe ich folgende Anregungen für Sie:

1)
Wenn Sie das nächste Mal mit Ihrer Mutter Kontakt haben achten Sie doch mal darauf, wann genau die Stimmung umschlägt. Ist es bereits, wenn Sie beide "Guten Tag" gesagt haben oder an welcher Stelle beginnt die Auseinandersetzung?

2)
Wenn Sie solch einen Moment gefunden haben fragen Sie sich, was Sie beim nächsten Treffen mit Ihrer Mutter tun können, um diesen Moment etwas weiter hinaus zu zögern. Was müssten Sie anstellen, damit dieser Auslöser erst zehn, zwanzig, dreißig Minuten später käme?

3)
Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Räucherstäbchen mit Friedensduft. Wenn man es anzündet verströmt es einen besonderen Rauch. Jeder, der diesen Rauch einatmet, wird sofort vollkommen friedlich. Alle Konflikte werden ausgeschaltet. Es herrscht dann zwischen den Parteien um Raum Einigkeit. Antworten Sie spontan: Würden Sie dieses Räucherstäbchen beim nächsten Besuch Ihrer Mutter anzünden?

4)
Bezugnehmend auf die vorherige Frage: Wenn Sie es anzünden: welche Nebenwirkungen könnte das Räucherstäbchen wohl haben? Sind Sie bereit, diese Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen?
Und wenn Sie es nicht anzünden würden: was hält Sie davon ab? Was würde Ihnen fehlen, wenn nur noch eitel Sonnenschein zwischen Ihrer Mutter und Ihnen herrschte?

Die vierte Frage mag Ihnen zunächst merkwürdig vorkommen. Dennoch lohnt es, sich auch damit zu beschäftigen. Denn zusätzlich zu Ihrer friedlichen Seite haben Sie einen Führungsanspruch in sich. Sie wollen anderen Menschen gerne zeigen, wo es weitergehen könnte. Unter anderem deswegen, weil Sie selbst ein gutes Gespür für Menschen und Momente haben und die Gabe mitbringen, über den Tellerrand hinaus schauen zu können. Der rückläufige Merkur, der für ein präzises Denken und Wahrnehmen steht, sowie Jupiter am Medium Coeli und eine Sonne-Saturn-Opposition weisen alle in diese Richtung. Statt den Regeln anderer zu folgen möchten Sie selbst als Autorität auftreten. Dabei geht es Ihnen weniger um Titel und Amtsgewalt, sondern vielmehr um eine "natürliche" Autorität aufbauend auf Ihren Empfindungen und Erfahrungen. Nicht Dominanz ist Ihr Ziel, sondern ein Engagement für eine besseres Zusammenleben. Es würde mich nicht wundern, wenn Sie sich daher auch ehrenamtlich oder beruflich sozial engagieren.

Dieser Wunsch, die Welt zu verbessern, geht oft einher damit, dass man seine Mitmenschen herausfordern muss und in Konflikte gerät- Kann es sein, dass der Streit mit Ihrer Mutter auch durch Ihre Wunsch genährt wird, das Leben für Ihre Mutter möge sich zum besseren wandeln? Es fällt mir bei der Betrachtung Ihres Geburtsbildes nämlich schwer mir vorzustellen, dass Bösartigkeit, Argwohn oder Destruktivität der Motor Ihres Handelns sei.

Wenn es Ihnen um eine Verbesserung geht, so fragen Sie sich bitte auch, was Sie selbst für sich tun können, damit Sie sich wohler fühlen. Salopp formuliert: Wer die Welt retten will sollte auch auf die eigenen Bedürfnisse achten. Unabhängig von den Auseinandersetzungen mit Ihrer Mutter ist die Aufmerksamkeit auf der persönliche Wohlbefinden wichtig. Was können Sie tun, um sich auch im Alltag zu erholen? Welche Kraftquellen gibt es für Sie? In welchen Momenten gelingt es Ihnen besonders gut, sich zu entspannen und ganz friedlich zu sein?

Und auch: Lässt sich eine der Strategien auch anwenden, wenn Sie mit Ihrer Mutter zusammen treffen? Angenommen, Sie sind lockerer und ruhen mehr in sich, wenn Sie in der freien Natur sind: Wie wäre es, sich das nächste mal mit Ihrer Mutter zu einem Waldspaziergang zu verabreden statt sich gegenseitig in der Wohnung zu besuchen?

Es sind die kleinen Schritte, die zu einer positiven Veränderung beitragen können. Sicherlich: Ihre durch eine Mars-Uranus-Verbindung angezeigte Ungeduld wird dabei ein bisschen herausgefordert. Andererseits gibt es viele Stimmen in Ihnen, die wissen, dass Reife und Entwicklung Zeit braucht.

Lassen Sie mich abschließend noch auf aktuelle Tendenzen hinweisen.
Drei Konstellationen fallen in Bezug auf Ihre Fragestellung ganz besonders ins Auge: Jupiter läuft derzeit über Ihren Aszendenten, die aufsteigenden Mondknoten über Ihren Saturn und Neptun sowie Chiron besuchen in Kürze den Mond Ihres Geburtsbildes.

Im Detail:

Jupiter in Konjunktion mit Ihrem Aszendenten
In dieser Zeit stehen die eigenen Interessen besonders im Vordergrund. Man möchte sich weiterentwickeln und dabei gesehen werden. Insofern freue ich mich, dass Sie gerade jetzt mit dieser Frage an mich herangetreten sind. Tatsächlich haben Sie aktuell die Chance, mit viel Optimismus den eigenen Lebensweg positiv zu gestalten. Doch es ist kein "egoistischer Aspekt", sondern Sie engagieren sich für sich und andere gleichermaßen. Ihre Ausstrahlung alleine wirkt oft bereits motivierend und harmonisierend. Unterstreichen Sie dies, zum Beispiel indem Sie ganz bewusst freundliche und aufmunternde Worte für sich und andere finden.

Aufsteigender Mondknoten in Konjunktion mit Saturn
Alle Erfahrungen die wir machen, berühren gleichermaßen immer auch unsere Seele. Wer diesen Begriff nicht mag, kann ihn auch durch "Psyche" ersetzen. Der Seele oder Psyche geht es immer um Integration. Letztlich gibt es verschiedene Seelenanteile in uns, zum Beispiel einen inneren Krieger, ein inneres Kind und so weiter. In den nächsten Monaten geht es besonders um die seelische Integration der inneren "alten weisen Frau". Stellen Sie sich vor, dass eine weise Ratgeberin in Ihnen schlummert, die die Ruhe selbst ist und sich von den Wellen der Gefühlsaufregungen nicht beeindrucken lässt. Es ist so wie in der Tiefe der See: während an der Oberfläche das Wasser unruhig ist, Wellen peitschen und die Gischt meterhoch schlägt, wird es unter der Wasseroberfläche ruhiger. Und wenn man ein paar Meter in die Tiefe taucht, dann kriegt man von dem ganzen Tohuwabohu an der Oberfläche nichts mehr mit.
Der Kosmos fordert Sie auf, nun Ihre eigene Tiefe auszuloten. Oft geht dies leichter, wenn man etwas Abstand zu den Aufregungen und Ablenkungen sucht. Implementieren Sie daher auch in Ihrem Alltag immer wieder Momente, in denen Sie zur Ruhe kommen. Schalten Sie mal das Telefon und den Fernseher ab, gehen Sie regelmäßig im Wald spazieren, gönnen Sie sich ein Erholungs-Wochenende alleine in einem Wellness-Hotel, meditieren Sie zehn Minuten morgens nach dem Aufstehen... Es gibt so viele Wege, sich kleine Auszeiten zu schaffen.

Neptun und Chiron in Konjunktion mit Mond
Astrologen sehen in dieser Konstellation eine große Heilungschance. Dabei darf Heilung nicht verstanden werden als "Verschwinden aller Probleme", sondern eher im Anerkennen dessen, was ist. Akzeptanz spielt eine ganz besonders große Rolle. Um in der Welt mit weniger Zorn zurecht zu kommen ist es manchmal sinnvoll, nicht nur etwas ändern zu wollen, sondern anzunehmen, dass man einiges nicht ändern kann. Sie werden weder Ihre Vergangenheit noch die Einstellungen Ihrer Mutter verändern können. Sie können hingegen Ihre eigene Einstellung ändern und vielleicht ja sogar Ihrer Mutter das ein oder andere verzeihen. Wenn Sie sich das momentan noch nicht vorstellen können: macht nichts. Lassen Sie sich auf keinen Fall von mir drängen. Ich könnte mir vorstellen, dass im Laufe dieses Jahres Ihr Wunsch nach mehr Harmonie auch bereit ist, Kompromisse zu schließen und anzuerkennen, dass manche Verhaltensweisen Ihrer Mutter einfach zu ihrer Persönlichkeit gehören und kein "Angriff" auf Sie darstellt.

Soweit liebe Frau H. meine Antwort auf Ihre Frage. Wahrscheinlich sind nicht alle Aspekte und Gedanken berührt – auch, weil ich leider nicht alle Details Ihrer aktuellen Situation kenne. So weiß ich nicht, wie oft Sie beispielsweise derzeit Ihre Mutter sehen und ob es möglich ist, den Kontakt etwas zu verringern. Wenn Sie also noch Nachfragen haben oder den ein oder anderen Aspekt vertiefen möchten, freue ich mich, wieder von Ihnen zu hören.

Aufgrund der aktuellen Konstellationen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es Ihnen im Laufe dieses Jahres gelingt, gelassener auf die "Störreize" Ihrer Mutter zu reagieren.

Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg und alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Holger Alfred Ludwig Faß

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