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Kategorie: Urologie

Frage: Private Krankenversicherung

Gefragt am 22.03.2011 21:39 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1022

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit längerer Zeit versuche ich in die PKV zu wechseln und habe aufgrund des nachfolgenden Sachverhalts massive Probleme hinsichtlich der Aufnahme.

Im Mai 2006 diagnostizierte mein Urologe Hodenkrebs(Simion), der auch dann zeitnahe resp. vollständig entfernt wurde. Darauf folgend erhielt ich eine Vielzahl von Bestrahlungen. Gemäß meiner Ärzte lag der ursprüngliche Grund an meinem früheren beidseitigen Hodenhochstand; die Beseitigung erfolgte im Alter von 6 Jahren. Mein Urologe bestätigte mir vor kurzem in schriftlicher Form, dass die Krankheit vollständig ausgeheilt und das eine erneute Erkrankung nahezu unwahrscheinlich ist.

Grundsätzlich ist durch die Entfernung des rechten Hodens meine Spermienbildung sehr eingeschränkt (nahezu Azoospermie). Daher haben meine Frau und ich uns für die künstliche Befruchtung entschieden, die auch sehr erfolgreich verlaufen ist, d. h. meine Frau ist jetzt im 7 Monat schwanger. Des Weiteren konnten wir ausreichende befruchtete Eier, für drei zusätzliche Versuche, einfrieren. Demzufolge steht ein weiterer Vollversuch für uns nicht mehr zur Disposition.

Vor kurzer Zeit habe ich eine Zusage von einer großen und vor allem anerkannten Versicherungen hinsichtlich der Aufnahme erhalten. Jedoch kann diese nur unter Berücksichtigung der folgenden Determinanten erfolgen.
- Risikoaufschlag i. H. v. 35,00 € pro Monat
„Zukünftig sind alle diesbezüglichen Risiken abgedeckt
und versichert.“
- Leistungsausschluss
„FERTILITAETSSTOERUNGEN/STERILITAET, DEREN URSACHEN UND
FOLGEN EINSCHLIESSLICH JEGLICHER MASSNAHMEN DER
KUENSTLICHEN BEFRUCHTUNG SOWIE DEREN VORBEREITENDEN
MASSNAHMEN.“

Können Sie mir bitte erörtern, wie Sie diesen Sachverhalt und vor allem den Leistungsausschluss einschätzen würden?

Vielen herzlichen Dank für Ihre Bemühungen.

Beste Grüße

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ive Schaaf (Profil ansehen)

Die privaten Versicherer können die Bedingungen, unter denen Sie aufgenommen werden, relativ frei definieren bzw. nach eigenem Ermessen einschränken. Das Vorgehen der Kasse ist üblich, denn der private Versicherer versucht, von vornherein erkennbare Risiken auszuschließen und/oder über einen Zusatzbeitrag das Kostenrisiko von eventuell auf ihn zukommenden Kosten zu minimieren.

Die Einordnung des Risikos und die festgesetzten Zusatzbeiträge sind aus ärztlicher Sicht nicht immer nachzuvollziehen und für den Patienten meist noch weniger.

Erfahrungsgemäß macht es auch wenig Sinn, mit der Kasse zu diskutieren oder verhandeln zu wollen. Die Vorlage von ärztlichen Bescheinigungen führt ebenfalls oft nicht zum gewünschten Erfolg.

Es ist allerdings durchaus einen Versuch wert, mehrere private Versicherer anzufragen. Die Antworten können sehr unterschiedlich ausfallen.

Wenn es Ihnen um die Leistungen geht, kann eine private Zusatzversicherung Ihnen möglicherweise das bringen, was Sie sich wünschen.

Mit freundlichen Grüßen - Dr. Schaaf

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