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Kategorie: Urologie

Frage: Nierenstein/Gewichtszunahme

Gefragt am 24.03.2011 17:09 Uhr | Einsatz: € 30,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1023

2010 im Juni hatte ich eine Nierensteinzerstruemmerung. Circa sechs Monate vorher begann ich Gewicht zu verlieren. Bis zu der Zerstruemmerung ging das Gewicht von 82 kg auf 61 kg runter. Ich fuehlte mich sehr wohl (abgesehen von den Nierenkoliken)und ich ernaehrte und ernaehre mich nach vor ausgewogen und sehr gesund. Kaum Fleisch, viel Obst und Gemuese.
Nachdem circa wieder ein halbes Jahr verging, nahm ich kontinuierlich wieder zu, bin jetzt wieder bei 80 kg!
Trotz Sport und vegetarischer Kost! Ich kann einfach machen was ich will, es geht mit den Kilos rauf.
Wenn andere Diaet halten und Sport treiben, verlieren sie an Gewicht, das funktioniert bei mir nicht. Das einzige mal, dass es funktionierte, war in Verbindung mit dem Nierenstein.
Was koennte die Ursache sein und wie kann ich wieder abnehmen?
Eventuell Nebennierenrinde gestoert oder was auch immer der Grund sein koennte.
Ich bin 49 Jahre alt, weiblich, 1,69 m, 82 kg.
Karin

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Liebe Fragende,

ein Gewichtsverlust von über 20 kg bei Wohlbefinden und ähnlicher Ernhährung wie heute ist so zunächst einmal nicht erklärbar. Falls aber Ihr Nierenstein, der ja wohl auch öfters Koliken ausgelöst hat, ein Nierenbeckenstein war und auch eine Nierenbeckenentzündung verursacht hat (Pyelonephtritis) ist der Gewichtsverlust schon erklärbar durch die chronische (!auch gefährliche) Entzündung im Körper. Ich brauche aber nicht zu erwähnen, dass dies keine empfehlenswerte Methode ist um abzunehmen!.
Ob es ein Hormonproblem gibt kann ich von hier aus nicht beurteilen, eine Untersuchung von Schilddrüsenhormon und Cortisol bei Ihrem Hausarzt kann dafür Hinweise liefern oder Entwarnung geben.
Diese hormonellen Ursachen einer Adipositas machen aber keine 5 % aller Fälle aus. Am häufigsten ist eben doch ein zuviel an Nahrungs/Kalorienaufnahme. Was Sie bei dem Bluttest auch noch messen lassen sollten ist, die Menge an Blutfetten und zwar sowohl Trigyceride(Normalfette) wie das das Cholesterin mitsamt seinen Unterfraktionen (kann bei den meisten gesetzlichen Kassen im Rahmen des 2 jährigen Gesundheitschecks kostenlos mitbestimmt werden.)
Wenn diese Werte über der Norm sind, müssen Sie die Fettzufuhr weiter drosseln. Dabei müssen Sie sich vor Augen halten, dass egal welche Mengen andere Leute essen, oder wie wenig oder viel Sport diese treiben müssen um abzunehmen, dieses leider nicht für Sie maßgeblich ist. Es gibt hier sehr große Unterschiede. Allerdings habe ich in meiner langjährigen Praxis immer festgestellt, dass es doch an der Essenmenge liegt wenn das Gewicht nicht sinken will. Auch bei Patienten, die mit den gleichen "Genen" wie Sie zu kämpfen hatten, ging das Gewicht bei höherm Kalorienverbrauch aus krankhafter Ursache, wie chronische Entzündungen oder Tumoren, herunter.

Falls in der Blutdiagnostik nichts auffälliges ist, heißt es leider noch mehr, schneller und schweißtreibender sich bewegen, und hinterher den Appetit ignorieren und etwas "zu hungern". Sonst wird sich ihr Körper nicht dazu entschiessen, die Fettreserven einzuschmelzen.
Es bleibt bei der alten Volksweisheit: Von nix kommt nix, und auch zuviel des Guten, oder Besten, ist halt zuviel.
Mit vielen Grüßen, Ihr Dr. Berg

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