Kategorie: Urologie |
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Frage: Nierenstein und eiweissreiche Ernährung |
| Gefragt am 02.11.2011 11:38 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1037 |
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Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Sehr geehrter Patient,
ich möchte mal von hinten anfangen. Die wahrscheinlichste Ursache der Steinbildung bei Ihnen ist wohl ihre große Gewichtsabnahme. Dabei (beim Abbau der Zellen)fallen große Mengen von Urat, Oxalat an. Diese können sowohl zu Gichtanfällen, oder aber zu Steinbildungen führen. Im Sinne Ihrer Frage nr 4 liegt also die Ursache an der Jahrelangen Fehlernährung. Wie schnell ein Stein wachsen kann ist nicht genau bekannt, und hängt ganz entscheidend von der Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit und der Leberfunktion ab. Aber es gibt viele Fallberichte, dass recht kurz (4 Wochen bis 2-3 Monate ) nach radikaler Ernährungsumstellung mit Gewichtsabnahme es zur Steinbildung kommen kann. Bezüglich der Proteine ist zu sagen, 1. dass auch Molke (da ja von der Kuh) zu den tierischen Eiweisquellen gezählt wird 2.Auch ist richtig, dass nicht die Aminosäuren alleine (die z.b. auch zu Oxalsäure umgewandlet werden können) sondern auch Purine zur Steinbildung führen können. 3. Selbst pflanzliche (soja) Produkte besitzen einen Zellkern in dem diese Purine (wenn auch im Verhältnis viel weniger) vorkommen. Von der Menge ist dies aber sicher gegen den Anteil der aus dem Zellabbau und der Gewichtsabnahme einhergeht zu vernachlässigen. Zu Frage 3 gestaute Trichter: durch den stattgehaben Steinabgang kommt es im Ureter zu Verleztungen (daher das Blut) und anschliesend zu einer Schwellung, so dass der Urin nicht mehr so schnell abtropfen kann. Ein versierter Urologe sieht oder vermutet dies wenn die Pyelontrichter etwas "gestaut" wirken. Dies ist jedoch kein echter Stau mit Verbreitung des Nierenbeckens! Also bei v.a. Steinabgang normal und eben ein Hinweis dass diese stattgefunden hat. und zu Frage 1 und 2: Natürlich ist es nicht nur möglich sondern oft so, dass durch Sport der Stein abgegangen ist. Ich würde an Ihrer Stelle nicht versuchen durch Joggen Koliken zu provozieren, sondern lieber abwarten, was das Röntgen erbringt. Dann können sie ja wieder loslegen. In der Summe der Antwort, hören Sie ja heraus, dass mein Rat an Sie wäre es nun etwas langsamer angehen zu lassen. Es ist toll, dass Sie eine Lebensumstellung geschafft haben, aber Sie sollten nun einen Gang zurückschalten. Auch wenn nun das Gewicht für eine Weile gleichbleiben sollte. Diese Zeit sollten Sie sich nehmen, die Niere wird es Ihnen danken, der "Zellschutt" muss auch entsorgt werden. Mit besten Grüßen. Ihr Dr. R. Berg
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