Kategorie: sonstige Frage an Ärzte |
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Frage: Niacinabhängig |
| Gefragt am 26.07.2011 12:04 Uhr | Einsatz: € 40,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1021 |
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Ich bin überzeugt von Niacin abhängig geworden zu sein , u.zwar von einer täglichen Dosis von ca 120 mg . |
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Lieber Ratsuchender !
Ihre Fragen sind nun schon einige Tage alt, ohne dass jemand Ihnen geantwortet hat. Auch ich habe mich schon mit Ihrer Frage befaßt und recherchiert. Allerdings ist wenig dabei herausgekommen, so daß man insbesondere zu Ihrer Hauptfrage: der Möglichkeit einer Niacin-Abhängigkeit aus medizinisch wissenschaftlicher Sicht nichts sagen kann. Zwar ist die Substanz als Provitamin, von der Verstoffwechselung und bezüglich der Folgen eines Vitamin B Mangels gut beschrieben. Über das Gegenteil, der Überdosierung/Abhängikeit findet man aber nichts. Da alle Vitamine der B-Gruppe, also auch Niacin wasserlöslich sind, geht man im allgemeinen davon aus, dass ein Überschuss von der Niere (renale Elimination) umgehend entfernt wird. (daher auch die kurze Halbwertszeit im Blut) Etwas anderes wäre es wenn Sie an eine chronischen Niereninsuffizienz höheren Grades leiden würden. Zusammenfassend komme ich also zu dem Schluss, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ihre Symptome, die sie so treffend beschreiben, auf das Niacin alleine zurückzuführen sind. Leider gibt es sehr viele, seltene, teils auch schleichende Nervenkrankheiten, die das serotonin, oder Dopaminerge Gleichgewicht im Gehirn stören könnne. Ich möchte Sie bitten auch diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen und abzuklären zu lassen, bevor sie weitere Entzugsversuche machen. Ich bin nicht der Fachmann für Neurologie, und es kann durchaus sein, dass Sie auch ein versierter Neurologe wenn die Erstdiagnostik (EEG, Blut, neurologl Untersuchung) unergiebig war, sie an eine Fachneurologische Klinik weiterüberweist. (In der Regel machen die neurologischen Abteilungen der Uniklinika oder die der Krankenhäuser der Maximalversorgung solche diffizilen Abklärungen) Zu Ihrer letzten Frage, wie sie ambulant sich herunterdosieren können möchte ich Ihnen auch raten, sich doch begleitend (geht vielleicht auch ambulant) von einem Neurologen/Psychiater mitbetreuen zu lassen. Es gibt mächtige und viele Psychopharmaka die sowohl serotonin, wie auch Dopamingehalt im Gehirn in die eine oder anderer Richtung beinflussen könnten. Damit sollte das Auslassen gut gelingen. Wenn Sie trotzdem unbedingt eine Empfehlung haben wollen, würde ich Ihnen raten, die Dosis jeweils um 10% alle 4 Tage zu reduzieren. Aber um es nochmals deutlich zu sagen: alles in allem glaube ich eher, dass sie, wenn auch in einer leichten Form, an einer neurologischen Fehlfunktion (larvierte Depression, Konversionssyndrom, verdecktes Angstsyndrom.. o ä ) leiden. Mit vielen Grüßen und besten Wünschen Ihr Dr. R. C. Berg |
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