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Kategorie: Onkologie

Frage: Bronchial-Carcinom

Gefragt am 06.12.2010 16:30 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1023

Hallo,
folgende Diagnose:
Bronchial-Carcinom (mäßig differenziertes, mäßig verhornendes Plattenepithel-Carcinom) mit lymphangiosis carcinomatosa pulmonis, Bakannte COPD (FEV1 28%) Bekannte hypertensive und koronare Herzerkrankung mit Zusatnd nach Infarkt und PTCA und Stent (RPLS) T2-3/N2/Mo
Patient ist 73 Jahre alt und sonst noch fit.
Was bedeutet diese Diagnose genau, wie hoch sind ungefähr die Heilungschancen und welche Therapie würden sie empfehlen. Ich brauche ein e zweite ärzliche Meinung.
Vielen Dank!!!

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Hallo,
ich gehe davon aus, dass Sie nicht der Patient selbst sind, sondern ein/e naher Angehörige/r.

Die Auskunft, die ich Ihnen hier geben muss ist leider nicht sehr erfreulich.
Genrerell ist das Bronchialkarzinom noch immer eines der am schlechtesten zu behandelnden Karzinome. Für sämtliche Krebsformen und Stadien beträgt die 5 Jahresüberlebenszeit unter 50%. Von den 4 Hauptkrebsarten des Bronchialkarzinoms (Anaplastisches CA, Kleinzelliges CA, Adeno(Grosszelliges)CA und Plattenepithelcarcinom) ist das letzere zwar das noch am ehesten sensible, und kann im Gegensatz zu den anderen neben der Chemotherapie auch bestrahlt werden. Allerdings bedeutet die Diagnose Lympfangiosis carcinomatosa, dass der Tumor sich bereits sich in die Lympfbahnen der Lunge ausgebreitet hat und eine Heilung/Remission nicht mehr möglich ist. Auch die Begleiterkrankungen mit erheblicher Funktionseinschränkung der Lunge durch die COPD, wie die begleitende Herzerkrankung verschlechtern die Prognose.
Je nach Lokalisation und Größe des Primärtumors, die mir nicht bekannt ist, beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit ohne Therapie eher noch Monate bis 1-2 Jahre. Ob oder wie lange eine Therapie dieses erwartete Interwall verlängern könnte, muss im Einzelfall abgewogen werden. Generell kann man erst nach dem 1 Zyklus oder der ersten Bestrahlungsserie bei der Nachuntersuchung eine Aussage machen wie gut oder schlecht der Tumor auf diesen Therapieversuch reagiert hat.
Eine Therapieempfehlung kann und möchte ich hier nicht geben, denn es hängt neben dem rein medizinischen auch sehr vom Willen des sonst noch fitten Patienten ab, da es nach menschlichem Ermessen eben keine Heilungschance gibt.
Meine persönliche Meinung ist, dass es, wenn es der Patient auch wünscht, man insbesondere wenn er bisher keine Beschwerden hat, mit dem Therapiebeginn auch warten kann, bis Beschwerden auftreten. Eine Radiotherapie (Bestrahlung) mit Palliativer Ausrichtung ist dann immer noch möglich.
Wenn der Patient aber kämpfen möchte, dann sollten alle Möglichkeiten gleich eingesetzt werden, freilich in dem Wissen um die schlechten Erfolgsaussichten.
Es tut mir leid keine besseren Nachrichten bringen zu können mit vielen Grüßen R. Berg

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