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Kategorie: Innere Medizin

Frage: Alkohol

Gefragt am 18.06.2011 14:57 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1024
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen) Alkohol , 5 von 5 bei 1 Bewertungen Ich trinke unregelmäßig Alkohl. Ca. 3x in der Woche. Manchmal einige Wochen nicht, dann mal einige Tage mehr. Seit einigen Wochen habe ich am Tag nach einem Alkoholgenuss starke Probleme, die nicht am Abend während des Konsums und auch nicht direkt nach dem Aufstehen, sondern im Lau

Ich trinke unregelmäßig Alkohl. Ca. 3x in der Woche. Manchmal einige Wochen nicht, dann mal einige Tage mehr.
Seit einigen Wochen habe ich am Tag nach einem Alkoholgenuss starke Probleme, die nicht am Abend während des Konsums und auch nicht direkt nach dem Aufstehen, sondern im Laufe des Vormittags/Tags beginnen und idR tags drauf besser sind. Symptome sind Schmerzempfinden im Oberbauch/Nierengegend (CT Bauch und Blutwerte Leber/Pankreas vor ein paar Wochen o.B.). Es folgt Schwitzen und ich fühle mich völlig augeputscht. Blutdruck und Puls sind jedoch ok, ich nehme allerdings aus ACE-hemmer und Bisoprolol. Ich versuche dann, mich mit Atosil ein wenig zu dämpfen. Wenn ich einen Nachmittagsschlaf mache, ist es idR besser.
Ich habe in dieser Situation überhaupt kein Verlangen nach Alkohol und kann auch ohne Probleme dann verzichten bzw. mal an einem Abend ein halbes Bier oder so trinken.
Können dies Entzugserscheinungen sein, ggf.psychosomatische Symptome? Sie sind schon so schlimm, dass ich richtig Angst habe, zu trinken wegen der Folgen am Tag drauf! Aber es passiert auch nach recht geringen Mengen.

Meine Frage ist eigentlich nur: was könnte das sein? bzw. wie könnte ich dies genau diagnostizieren/therapieren lassen? - Klar: Alkoholverzicht! - Jedoch möchte ich gerne verantwrtungsbewusst weiter konsumieren!

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Antwort

Beantwortet von Uni-Arzt Torben C. Müller (Profil ansehen)

Sehr geehrter Fragender;
als erstes würde ich Sie bitten mir in einer Rückantwort folgende Fragen zu beantworten, ich werde dann ggf. noch weitere Angaben machen:
-Wie alt sind Sie? Wie gross wie schwer? männlich oder weiblich? Was haben Sie neben Bluthochdruck als Begleiterkankungen?
-Was verstehen Sie unter verantwortungsbewusstem Trinken? Bitte schildern Sie ehrlich wie viele Getränke Sie an diesen 3 Abenden konsumieren.

1. es ist schön, dass Ihre Leberwerte in Ordnung sind.
2. Aus welcher Indikation haben Sie denn ein CT des Abdomens bekommen? Haben Sie Krebs o.ä.? Man bekommt ein CT ja nicht einfach so.

Das heisst fürs erste besteht wahrscheinlich noch kein Leberschaden, eine Sonografie(Ultraschall) der Leber wurde auch schon gemacht?
Dies ist gut; d.h. dass Sie es noch nicht absolut übertrieben haben (3X die Woche ist prinzipielle auch OK)
3. Die von Ihnen geschilderten Symptome klingen ziemlich nach Entzugssymptomatik; dies würde aber voraussetzten, dass Sie an die Trinkabenden ordentlich trinken.
Sonst klingt es nach:
Oberbauchbeschwerden--- kann ein Leberkapselschmerz sein, haben viele Menschen nach Alkoholkonsum----
Schwitzen und psychische Symptome----klingt entweder nach Entzug oder Panik/Angststörung oder kombiniert---Sie haben Atosil im Haus und benutzen dies regelmaessig? Warum?
Dass Sich Ihr Blutdruck nicht massiv ändert spricht für eine gute Einstellung der Art.Hypertonie.

Fazit: Nur ein Auslassversuch; sprich eine Woche Alkohol-Karrenz könnte Ihnen helfen; sie sollten dies aber dennoch mit Ihrem Hausarzt besprechen; damit dieser ggf. intervenieren kann. Nach Ihrer SChilderung glaube ich nicht, dass Sie einen stationären Entzug brauchen.

Konkrete Fakten und konkrete Nachfragen gerne in der Rückantwort

Grüsse Sie herzlichst

T.C. Müller

Nachfrage
Gerne beantworte ich Ihre Fragen: Ich bin m, 190 cm, 100 kg. Des weiteren mache ich noch eine ambulante Psychotherapie wegen Angststörungen (Klaustrophobie)

Das CT wurde gemacht, weil bei einem Ultraschall v.A. Nierensteine bzw. Pankreatitis geäußert wurde. Jedoch sind im CT alle Organe o.B., Leber, Milz, Nieren im Schall ok.

An Abenden in der letzten Zeit waren es Abende mit einem höheren Konsum.
Ein Abend mit ca. einer 3/4 Flache Wein (0,75), ein Abend mit dem Rest davon und 2 Fl. Bier, ein Abend mit ca. 10 Bier a 0,2 l.

Atosil habe ich bisher nur 3 x benutzt! Und zwar an den Tagen, an denen es mir wegen Alkohol so schlecht ging. Habe es von der Theapeutin "für alle Fälle" - ansonsten benutze ich es aber nicht.

Im übrigen habe ich auch in der letzten zeit immer wieder auch eine ganze Woche nichts getrunken. Das ist unproblematisch und ohne Syptome.

Herzlichen Dank schon für Ihre Mühe.

Rückantwort
Lieber Fragender;
Ihr Konsum klingt wirklich eher moderat; daher glaube ich eigentlich nicht; dass bei Ihnen ein wirkliche Alkoholabhängikeit vorliegt; sondern nur die Angst davor. Ihre Pdyche scheint Ihnen da einen Streich zu spielen. etwas Schwitzen etc. ist auch relativ normal wenn der Körper mit dem Alkoholabbau fertig wird.
Sie sollten natürlich nicht jeden Abend 10 Flaschen bier trinken; aber ab und zu eine Flasche Wein etc. ist so wie Sie es schildern noch völlig im Rahmen.

Also es sollte Ihnen weiter möglich sein auf diese Art und Weise zu konsumieren; wenn Sie allerdings jedesmal den Stress danach haben; muss man sich natürlich überlegen wie sinnvoll es dann ist überhaupt in groesseren Mengen zu konsumieren; wenn es diese Art von "kater" jedesmal danach gibt; was Ihnen natürlich etwas den Spass raubt.

Also Ihnen eine gute Zeit

Und gewöhnen Sie sich das Atosil gar nicht erst; auch das schafft wieder eine evtl. Abhängigkeit.

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