Kategorie: Gynäkologie |
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Frage: Clamydien |
| Gefragt am 02.07.2009 19:13 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1259 |
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Guten Tag, |
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Beantwortet von Dr. med. Susanne Plotz (Profil ansehen)
Liebe Patientin,
das sind ja ein ganzes Bündel an Fragen:-) Arbeiten wir uns gemeinsam durch! 1.)Übertragung: Chlamydien werden in der Tat nur durch Geschlechtsverkehr übertragen, wobei ich auch eine Übertragung bei intensivem Petting nicht ausschließen möchte. Tatsache ist, dass die Schleimhäute miteinander in Kontakt treten müssen. Durch Oralverkehr ist eine Übertragung nahezu ausgeschlossen, aber auch hier gilt leider mal wieder: in der Medizin gibt es nichts, was es nicht gibt. Ich halte die Übertragung beim Petting allerdings für wahrscheinlicher. 2.)Oralverkehr und Halsschmerzen: es mag ja sein, dass der ein oder andere nach dem Oralverkehr Halsschmerzen bekommt, aber das hat meines Erachtens nichts mit den Chlamydien zu tun und zählt auch nicht zur typischen Symptomatik. 3.)Die zurückliegende Ansteckung: Sie berichten, dass Sie vor 11 Jahren bereits eine Infektion hatten. Wenn diese nicht ausreichend gut oder lang oder richtig behandelt wurde, dann bestünde die Gefahr, dass die Chlamydien im Körper verblieben sind. Dies muss nicht unbedingt mit Symptomen einhergehen. Sie können es in diesem Falle mit dem Herpes Virus vergleichen: das sitzt im Körper und macht keine Beschwerden, bis es ausbricht. 4.)Für die Diagnostik gibt es inzwischen hochspezialiserte Tests, mit denen sich sowohl die Chlamydien, wie auch die entsprechenden Antikörper nachweisen lassen, die der Körper bildet. Es müssten also auch bei Ihrem Mann (der ja vor 11 Jahren bereits eine Infektion hatte, wenn ich es richtig verstanden habe) zumindest die entsprechenden Antikörper nachweisbar sein. Sollte der Erregernachweis über spezielle Anzüchtung erwiesen haben, dass Ihr Mann zum jetzigen Zeitpunkt keine Chlaymdien hat, dann kann man das erstmal so hinnehmen. Da die Tests sehr spezifisch sind, ist es unwahrscheinlich, dass das Ergebnis negativ war, Ihr Mann aber trotzdem Chlamydien hat. 5.)Ihr Mann als Überträger: eine Übertragung ohne Ansteckung ist nicht möglich. 6.)Ihr Sohn: darüber müssen Sie sich keine Sorgen machen, das Risiko, dass Sie Ihren Sohn anstecken, ist sehr gering. Eine erhöhte Hygienemaßnahme in den sanitären Anlagen (z.B. mit Desinfektion nach jedem Toilettengang) kann allerdings nicht schaden. Zusammenfassend: es gibt die zwei Möglichkeiten. Erstens: die Infektion damals wurde nicht ausreichend behandelt und Sie hatten die Chlamydien die ganze Zeit im Körper. Zweitens: ich kann nicht beurteilen, welche Tests genau bei Ihrem Mann gemacht wurden, um den Chlamydien auf die Spur zu kommen. Vielleicht wurden nicht alle diagnostischen Maßnahmen ausgeschöpft, sodass Ihr Mann die Chlamydien doch hat, sie aber mit den durchgeführten Maßnahmen nicht festgestellt werden konnten. Zum direkten Erregernachweis müssten Ihrem Mann Abstrichmaterial direkt aus der Harnröhre entnommen worden sein (nicht nur Urin!), denn die Chlamydien kann man nur in diesem Abstrichmaterial nachweisen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen Alles Gute. Herzliche Grüße Ihre Susanne Plotz
Nachfrage Rückantwort |
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