Kategorie: Chirugie |
|---|
Frage: Probleme nach Nabelhernien-OP |
| Gefragt am 05.08.2011 13:03 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1035 |
|
Hallo liebes Ärzte-Team, |
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Chirugie!
| Antwort |
|---|
|
Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Liebe Patientin,
das ist alles gar nicht schön für Sie, und die Veränderungen der Hautfalten und der Bauchwandspannung sind ja offensichtlich. Allerdings möchte ich Sie korrigieren, was ihre Vorstellung von der Verschiebung des Körperschwerpunktes angeht. Dieser kann nicht durch den Verschluß zweier kleiner Bauchwand-hernien verändert werden. Was bei Ihnen vorliegt ist eine Störung der Bauchdecken und Körperspannung. Was ist also zu tun: Sie haben ja das meiste mit den Chirurgen schon abgeklärt. Zum einen kann ein Zeiteingriff zur Narbenkorrektur gemacht werden. Dabei werden Granulome entfernt und die Verwachsungen mit den Muskeln gelöst. Das sollte was die Beschwerden angeht schon etwas bringen. Das zweite wäre ein kosmetischer Eingriff zur Straffung der Bauchhaut, weil das Faltenrelief auch bei reizloser (wieder gedehnter) Narbe sich voraussichtlich nicht von alleine wieder verändern wird. Bevor Sie das aber das eine oder das andere machen, sollten Sie unbedingt ALLE Möglichkeiten der konservativen Therapie ausreizen. Was heißt das: Jede Narbe zieht sich zunächst zusammen und gibt nach längerer Zeit auch wieder etwas nach (kann bis zu einem 3/4-1 Jahr dauern, bei Ihnen also bis Dez2011/März 2012) Dieses Dehnen kann man natürlich mit Kranken- gymnastik unterstützen. Begleitend soll ein Muskelaufbautraining stattfinden, und zwar nicht nur die Bauchmuskeln sondern auch die Rückenmuskulatur. (Auch dieses braucht bis zum Erfolg 6 - 8 Monate) Dieses alles sollte, da OP-Folge auch über ihre Krankenkasse auf Antrag genehmigt werden. Dies ist zwar alles lästig, aber vielleicht führt es dazu, dass Sie am Rumpf wieder richtig fit werden und Ihnen später auch Rückenbeschwerden erspart bleiben. Die plastischen Eingriffe, die Sie ja in jedem Falle privat bezahlen müssen, sollten Sie m. E. erst nach diesem Training durchführen. Ob man die Narbenkorrektur auch erst später machen sollte, oder ob dies früher angegangen werden muss, würde ich davon abhänig machen, wie stark diese Beschwerden die o.g. Mobilisation beeinträchtigen. PS.: Bezüglich ihrer ausstrahlenden Beschwerden in die Beine sollten Sie zumindest noch eine klinische Untersuchung der LWS vornehmen lassen, damit ein Problem der Bandscheiben ausgeschlossen ist! Aber insgesamt glaube ich (natürlich mit der Einschränkung, dass ich Sie über das Internet nicht untersuchen kann), dass Sie nicht auf Dauer mit diesen Beschwerden werden leben müssen. Mit etwas Geduld, etwas Schweiß und ggf. mit einer Narbenkorrektur, werden sich Ihre Beschwerden wieder bessern. In meinen fast 20 Jahren Praxis gab es bei ca. 10 Patienten mit Nabel- oder Leistenhernien ähnliche Probleme. 1/3 verschwand mit der Zeit mit wenig KG, eine weitere 1/3 nach längerer Zeit und intensiver KG und 3-4 Patienten mußten am Ende dann doch noch einmal unters Messer, aber keiner hat heute noch diesbezüglich Beschwerden zurückbehalten. Hinterher ist man natürlich immer schlauer, aber gehen Sie die Probleme an, Sie sind ja schon auf dem besten Wege. Was ich Ihnen ans Herz legen möchte ist auf jeden Fall sich einen guten Krankengymnasten und Fitnesstrainer zu suchen und die o.g. Maßnahmen zu beginnen. Alles Gute wünscht Ihnen Dr. R. C. Berg |
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Chirugie!
