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Kategorie: Chirugie

Frage: Fraktur C2

Gefragt am 12.12.2011 14:17 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1014

Guten Tag,

Ich habe mir letztes Jahr bei einem Autounfall den zweiten Halswirbel gebrochen. Die Fraktur war instabil und wurde insofern mit 4 Stangen und 6 Schrauben fixiert. Das ganze wurde in den USA vorgenommen, da der Unfall dort stattgefunden hat. Nun ist die Fraktur auf linken Seite nicht komplett verheilt, das heisst es ist immer noch ein Spalt zu sehen. Die Ärzte hier in Deutschland meinen nun das die Fixatur rausgenommen werden soll unabhängig davon ob die Fraktur komplett verheilt ist. Der Arzt in Amerika hingegen rät davon ab. Ich bin verwirrt. Über Langzeitfolgen möchte kein Arzt eine vernünftige Auskunft geben. Wäre für eine Hilfestellung sehr dankbar, da mit der Verschraubung die Bewegung des Kopfes stark eingeschränkt ist 20°/30°.
Vielen Dank im Voraus.

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ive Schaaf (Profil ansehen)

Guten Tag,

vermutlich sind schon zwei Spezialisten am Werk, da wäre es vermessen, aus der Ferne etwas Genaues dazu sagen zu wollen. Aber vielleicht hilft Ihnen Folgendes:

Ein noch sichtbarer Spalt bedeutet, dass die Knochenenden nicht zueinander gefunden haben und das wird sich mit Metall vermutlich nach dieser Zeit auch nicht mehr ändern. Wären Sie alt und nicht wesentlich beeinträchtigt, könnte man das akzeptieren und das Metall belassen.

Nachdem mit Metall keine Chance auf Heilung besteht, hat man Ihnen die Metallentfernung empfohlen. Ich würde annehmen, dass die Fraktur soweit verheilt ist, dass jetzt keine instabile Fraktur mehr besteht, sondern nur noch dieser Spalt. Wenn man das Metall entfernt, kann auf die Knochenenden Druck ausgeübt werden, so dass der Spalt sich noch verschließt.

Meine Empfehlung: Lassen Sie sich von den Ärzten hier in Deutschland in etwa das erklären, was ich Ihnen jetzt skizziert habe:
- Was passiert, wenn das Metall drin bleibt?
- Wie hoch ist die Gefahr, dass das Metall im Laufe Ihres Lebens bricht?
- Wie instabil ist die Fraktur, wenn das Metall jetzt entfernt wird?
- Brauchen Sie vorübergehend eine Stütze oder sind Sie im Alltag eingeschränkt?
- Was passiert, wenn der Spalt sich auch nach der Metallentfernung nicht schließt?
- Ist nur die Metallentfernung oder auch eine Anfrischung des Frakturspaltes vorgesehen?


Hilft Ihnen das weiter oder möchten Sie nachfragen?

Alles Gute

Dr. Schaaf

Nachfrage
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Das bedeutet also, dass die heilungchancen besser wären, wenn das Metall entfernt würde?
Ich verstehe Ihre Zurückhaltung angesichts der Tatsache, dass bereits 2 Ärtze konsultiert wurden. Allerdings ist einfach verwirrend wenn ein Arzt sagt, dass das Metall nicht entfernt soll und der andere sagt das Gegenteil.

Im Grunde bleibt also die 50/50 Chance das es entweder gutgeht oder eben nicht...

Rückantwort
Ich würde es etwas anders sehen...

Mit Metall wird es voraussichtlich keine knöcherne Durchbauung geben und Sie sind massiv eingeschränkt.
Wenn man das ändern will, muss man sich für eine Metallentfernung entscheiden. Ich kann aber nicht einschätzen, wie instabil die HWS dann wird. Das sollten allerdings die Operateure vor Ort Ihnen sehr wohl sagen können. Davon abhängig sollten man Ihnen die Möglichkeiten aufzeigen:
- nur Metallentfernung und KG
- Metallentfernung und Ruhigstellung mit Krawatte oder Ähnlichem
- Metallentfernung und Anfrischen des Frakturspaltes, evtl auch Knochenmarkanlagerung

Auf der Basis dieser Beratung könnten Sie dann abwägen, was Sie wollen- Was Sie jetzt haben, wissen Sie. Was Sie durch einen Eingriff zu erwarten haben besten- und schlechtestenfalls - sollten Sie sich erklären lassen.

Intuitiv würde ich annehmen, dass sie zu jung sind, um den Ist-Zustand auf Dauer hinnehmen zu wollen. Sicher wird man Ihnen auch von bestimmten Belastungen /Sportarten abgeraten haben solange das Metall drin ist. Also wird es die richtige Entscheidung sein, das Metall zu entfernen, aber Sie sollten wissen, was damit verbunden ist. Die Fraktur ist vermutlich weitestgehend geheilt und somit sind Sie jetzt in einer deutlich besseren Position als damals in den USA, aber ... und hier brauchen Sie die Beratung, die ich Ihnen nicht geben kann, aber die Kollegen vor Ort.

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.

Dr. Schaaf

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