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Kategorie: Chirugie

Frage: Erneute Frage an Dr. Berg

Gefragt am 27.06.2011 16:51 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1013
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen) Erneute Frage an Dr. Berg , 5 von 5 bei 1 Bewertungen Hallo Herr Dr. Berg, hier noch einmal ihre Antwort von gestern: Rückantwort Hallo, wenn sie mir die Rö Bilder mit Rückumschlag übersenden könnten, würde ich diese zusammen mit unseren Chirurgen im nächsten Qualitätzirkel beurteilen. Kopien im i Net sind me

Hallo Herr Dr. Berg,
hier noch einmal ihre Antwort von gestern:

Rückantwort Hallo, wenn sie mir die Rö Bilder mit Rückumschlag übersenden könnten, würde ich diese zusammen mit unseren Chirurgen im nächsten Qualitätzirkel beurteilen. Kopien im i Net sind meist nicht zu beurteilen. MFG Dr. Berg

Leider stehen die Röntgenbilder mir nur in Papierform zur verfügung, vieleicht ist darauf doch das eine oder andere zu sehen.
Ist die fixierung mit dem großen einseitigen Knochenspalt so noch tollerierbar, auch wegen der Winkelfehlstellung, sind die überstehenden Schraubenspitzen hinderlich oder gefählich,können sie dort Gefäße, Muskulatur und Bänder verletzen?

Vielen Dank im vorraus

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Hallo Herr Geserer,

die Röntgenbilder sind außergewöhnlich gut, und lassen sich in der Vergrößerung doch sehr gut beurteilen.
Zu Ihren Fragen: (nach meiner sowie der Mitbeurteilung meines Chirurgen)
1. Der Knochenspalt ist nicht zu groß, bei Spiralbruch absolut tolerabel, wichtig oben und unterhalb der Hauptbruchlinie ist die Platte gut fixiert. Die Überstände der Tibiaschrauben sind unerheblich und üblich, die Compacta, also die Aüßere dickere Hülle des Röhrenknochens muss sicher erfasst werden damit die grosse Platte auch hält. (Gefährlicher sind Schrauben die zu kurz sind und in der Spongiosa ende, dann kann die Knochenheilung verzögert werden oder die Platte ausbrechen)
2. Ein Winkelfehlstellung ? konnten wir nicht entdecken.
3. nun zu der langen Schraube im unteren Teil
Dies ist wie vermutet eine Stellschraube für das Wadenbein.
Dieses muss mitfixiert werden da es ja wie auch der Aufnahme 3 zu sehen ebenfalls oben gebrochen war.
Dass diese Schraube das Schienbein durchdringt und in das Wadenbein eindringt ist kein Versehen sondern Absicht. Bei der Vergrößerung der Bilder meint man auch zu erkennen, dass dort eine kleines Teil aus dem Wadenbein dreiecksförmig auch ausgebrochen ist, was durch die Schraube fixiert wird.
Nun wird mir auch klar was es mit der "queren Narbe" auf sich hat: Diese ist eine Inzision, die notwendig war um die Schraube zu führen, dass sie genau an der Stelle das Wadenbein fixiert, bzw mit einem Hacken das Wadenbein festzuhalten, damit sich die Schrauben an der gewünschten Stelle eindrehen kann.

Ob nun bei der Stichinzision die Sehne verletzt wurde, oder ob vielleicht unter der Haut unbemerkt die Stellschraube beim Vordringen die Strecksehne erfaßt und geschädigt hat, wird sich nur durch eine erneute OP mit Offenlegung der Anatomie klären lassen.
Dabei könnte 1. Festgestellt werden ob die Sehne unterbrochen ist und 2. evt ein Rekonstuktionsversuch gemacht werden.
Wenn Sie dies erwägen sollten Sie das bald machen lassen.
Wenn es so sein sollte, so wäre dies ein Operationsrisiko,
(Begleitverletzung von Sehnen und Weichteilen)das sich bei Ihnen leider verwirklicht hat. Diese Risiko ist sich in dem Aufklärungbogen aufgeführt, den Sie sicher vor der Op unterschrieben haben.
Da sich dies nicht mehr rückgängig machen läßt würde ich Ihnen zu einer raschen Revision raten.

Ich hoffe meine Einschätzungen waren für Sie hilfreich
ich wünsche Ihnen alles Gute Ihr Dr. R. C. Berg

Nachfrage
Sehr geehrten Herr Berg,
Vielen Dank für ihre ausführliche und auch für „Laien“ gut verständliche Erklärung und Analyse der Röntgenbilder. Jetzt ist mir alles klar, doch warum erklären es die Ärzte nicht so den Patienten? Dass nicht jedes Detail erklärt sein muss, ist in Ordnung, jedoch den logischen Zusammenhang von verschiedenen Methoden und Eingriffen sollte dem Patienten vermittelt werden.
Letzten Donnerstag hatte ich einen Operationstermin zur Rekonstruierung der vermeintlich beschädigten Streckersehne der großen Zehe. Es stellte sich jedoch heraus, das diese intakt ist, aber der Muskel nicht betätigt wird. Der Chirurg geht von einer Nervenquetschung durch einen Bluterguss aus, ausgelöst von der Fibulafraktur. Der weitere Weg ist noch unklar, die Nervenleitungsmessung durch einen Neurologen scheint durch die frische Wunde noch zu früh zu sein.

Vielen Dank durch ihre Unterstützung,
Ich werde ihr Portal weiterempfehlen.

Mit freundlichen Grüßen
Georg Geserer

Rückantwort
Sehr geehrter Herrr Geserer,

es freut mich dass ich Ihnen weiterhelfen konnte. So wie es aussieht, war also die Fraktur des Fibulaköpfchens, bzw. die Gewalt die dort auftraf für die Lähmung verantwortlich. Dies ist auch völlig verständlich, da in diesem Bereich er Nervus Peronäus, der für die Nervenversorgung des Muskelszuständig ist, sich dort in anatomischer Nachbarschaft befindet.

Warum Erklärungen oft zu kurz kommen liegt, neben dem allgemeinen Zeitmangel auch daran, dass diese "sprechende Medizin" schon lange nicht mehr adäquat vergütet wird.
Wenn Sie sich vorstellen, dass im GKV Bereich dem Hausarzt, (der mit breiter Ausbildung, Kenntnis des Patienten und hoffentlich der Fähigkeit auf der Ebene des Patienten verständlich zu kommunizieren) maximal 11 Euro pro Monat für ein Gespräch vergütet werden, können Sie sich ausrechenen, wieviele solcher "Beratungen" sie erbringen müssen um Praxis und Personal zu fianzieren und wie lange diese dann dauern dürfen !!!

Alles Gute weiterhin Ihr Dr. R. Berg

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