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Kategorie: Allergologie

Frage: Niesreiz und Juckreiz nach Schwimmen in Seen

Gefragt am 12.07.2011 11:27 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1014

Ich habe seit ca. 3 Jahren folgendes Problem:
Immer wenn ich in Seen, Talsperren oder ungechlorten Freibädern schwimmen gehe, habe ich eine starke Reaktion der Augen und Nase (Sekretproduktion, Krabbeln, Niesreiz ähnlich Heuschnupfen)und teilweise auch Juckreiz im Hals und gelegentlich Husten. Der Effekt tritt deutschlandweit auf, hauptsächlich in Leipzig an meinem Wohnort, bis auf sehr kalte Bergseen im Allgäu. In gechlorten Schwimmhallen habe ich das Problem nicht. Ich schwimme im Gegensatz zu anderen Menschen sehr intensiv, d.h. ich habe aufgrund meines Schwimmstils viel Schleimhautkontakt mit dem Wasser in Augen, Nase, Mund und Ohren. Heuschnupfen habe ich nicht und es ist auch so, dass meine Frau, die mit mir Schwimmen geht und unter Heuschnupfen leidet, nie Probleme hat. Anders als bei ihrem Heuschnupfen ist es bei meinen Symptomen auch so, dass sie nicht verschwinden wenn der Kontakt mit Wasser vorüber ist, sondern noch Tage bis eine Woche lang anhalten. Je häufiger und schneller nacheinander ich schwimmen gehe, desto stärker werden die Symptome, so als ob sich da etwas (Gift?) in meinem Körper anreichern würde. Immer beim duschen verschlimmern sich die Symptome kurzzeitig. Blaualgen haben wir vermutet. Nachfragen beim Gewässeramt Leipzig ergaben jedoch, dass die Leipziger Seen angeblich nicht mit Blaualgen belastet sind bzw. die Grenzwerte weit unterschreiten. In unserem Bekanntenkreis findet sich sonst auch unter Vielbadern niemand mit ähnlichen Problemen.

Welche Ursache können die Symptome denn sonst haben, wenn nicht Blaualgen oder Pollen? Und was kann ich dagegen bzw. vorbeugend tun? Die Einnahme von Heuschnupfenmitteln mit Cromoglicinsäure und Ratioallerg Nasenspray wurde mir schon empfohlen und brachte nur sehr geringen Nutzen.

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Antwort

Beantwortet von Christian Welsch (Profil ansehen)

Sehr geehrter Patient,
ich denke das sie an einer hyperreagiblen Schleimhaut leiden. Es gibt Menschen, deren Schleimhäute auf große Temperatur oder Luftfeuchtigkeitssunterschiede wie von Ihnen beschrieben reagieren. Die Therapie kann schwierig sein, ich würde empfehlen , einmal ein moderneres topisches Kortisonspray vor dem Schwimmen einzusetzen. (z.B. Nasonex oder Syntaris) uach kann hier eine Laserbehandlung der Nasenmuscheln helfen.
Cromoglicinsäure ist ein Mittel, was ich zur Linderung bei allergien gar nicht mehr aufschreibe, da es zu schwach ist und nur Vorbeugend hilft. Sollten Ihre Beschwerden wieder erwarten doch allergisch sein, wäre es einen Versuch wert, vor dem Schwimmen einmal ein modernes Antihistaminikum zu nehmen (z.B. Ebastin ) Sollten dann keine Reaktionen auftreten, spräche dies für eine Allergie.
Auch ist denkbar, daß sie durch Ihren beschriebenen "intensiven" Schwimmstil Wasser in die Nasennebenhöhlen gelangt und dort lange verweilt und dann die Schleimhäute reizt.
Klärung könnte auch ein CT der Nebenhöhlen bringen, ob eine chronische Entzündung (Polypen ?) die Symptome unterhält.

Nachfrage
Eine Hyperreagible Schleimhaut wäre zumindest ein neuer Denkansatz. Aber wie wäre es dann in diesem Zusammenhang zu erklären, dass ich in Bergseen, die besonders klar und kalt sind, im gechlorten Schwimmbad und - was ich noch nicht erwähnt hatte - im Meer keinerlei Symptome habe?

Ich leide außerdem unter Bluthochdruck und nehme das Medikament Diovan mit dem Wirkstoff Valsartan regelmäßig ein. Könnte es da irgendeinen Zusammenhang geben? Allerdings nehme ich das Medikament erst seit 2 Jahren und die Symptome bestehen schon länger.

Rückantwort
Ihre Beschwerden sind in der Tat ungewöhnlich, man kann auch aus der Ferne eine Allergie auf etwas im Wasser nicht ausschliessen, das halte ich aber für unwahrscheinlich. Probieren sie doch einmal aus, ob sie nach Einnahme eines Anthistaminikums (Cetirizin oder Lorano bekommt man auch Rezeptfrei in der Apotheke) oder einer niedrigen Menge Cortison noch die selben Beschwerden haben. Von meiner Erfahrung her gibt es hyperreagible Situationen meist bei definierten Umständen , bestimmte Temperaturen oder Luftfeuchtigkeiten sind dann der Auslöser.

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